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Eine Gruppe Schülerinnen erhält Informationen zum Schutz gegen den Ebola-Virus von Henriette Malinyota (rechts).

Eine Gruppe Schülerinnen erhält Informationen zum Schutz gegen den Ebola-Virus von Henriette Malinyota (rechts).

Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 03 Jun 2026

Die Unterstützung erfolgt über die Vereinte Evangelische Mission (VEM), ein internationales Netzwerk von Kirchen, dem neben der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sowie die evangelischen Landeskirchen im Rheinland und Westfalen angehören. Partner vor Ort ist die kongolesische Baptistenkirche CBCA (Communauté Baptiste au Centre de l'Afrique).

Region bereits stark belastet

Vom Ebola-Ausbruch betroffen sind vor allem die Provinzen Ituri und Nord-Kivu. Die Lage dort ist angespannt: Gewaltkonflikte, Vertreibung und Armut prägen den Alltag vieler Menschen. Die Gesundheitsversorgung ist oft lückenhaft. 

Das erneute Auftreten von Ebola verschärft die Situation zusätzlich. Viele Infektionen stehen im Zusammenhang mit traditionellen Bestattungen oder der hohen Mobilität in Bergbauregionen wie Mongbwalu. Hinzu kommen schlechte Infrastruktur, gezielte Falschinformationen und Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber Schutzmaßnahmen. 

„Die Belastung ist enorm“

„Die CBCA ist von dem Ebola-Ausbruch schwer getroffen“, sagt Henriette Malinyota, die die Frauenarbeit der Kirche koordiniert und im Rat der VEM sitzt. Gemeinden seien nicht nur den gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, sondern auch den sozialen und wirtschaftlichen Folgen. „Familien trauern, das Gesundheitspersonal steht unter enormem Druck, und die lokalen Ressourcen sind weit über ihre Grenzen hinaus beansprucht“, so Malinyota. Die Unterstützung aus dem internationalen Netzwerk sei deshalb zentral. Sie helfe, Gesundheitsdienste aufrechtzuerhalten und Menschen in Angst zu begleiten. 

Auch Christina Schnepel und Diethelm Meißner, für ökumenische Beziehungen in EKHN und EKKW zuständig, betonen die Bedeutung schneller Hilfe. Neben medizinischer Unterstützung gehe es vor allem darum, verlässlich aufzuklären und Falschinformationen entgegenzuwirken. 

Neue Virusvariante ohne Impfstoff

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden im April und Mai 2026 insgesamt 575 Verdachtsfälle registriert, darunter 148 Todesfälle und 51 bestätigte Infektionen. Besonders betroffen sind Mongbwalu und Rwampara in der Provinz Ituri. 

Besorgniserregend ist, dass es sich um eine neue Ebola-Variante handelt, für die derzeit weder ein zugelassenes Medikament noch ein Impfstoff zur Verfügung steht. Prävention und Aufklärung gelten daher als wichtigste Mittel im Kampf gegen die Ausbreitung.

Konkrete Hilfe vor Ort

Die kongolesische Baptistenkirche hat einen Notfallplan für die betroffenen Regionen entwickelt. Vorgesehen sind unter anderem: 

  • Schutzkleidung und Ausstattung für medizinisches Personal 

  • Aufklärungskampagnen über Radio und Flugblätter 

  • Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln 

  • Unterstützung besonders gefährdeter Gruppen 

  • psychosoziale und seelsorgerliche Begleitung 

Stichwort VEM

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Indonesien und Tansania ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche Landeskirchen und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.

Weitere Informationen und Hinweise zu Spendenmöglichkeiten gibt es unter

https://www.vemission.org