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Auch in der Erlebniskirche St. Crucis in Bad Sooden-Allendorf wurde viel für die Paare geboten, die #einfachheiraten wollten. Wer wollte, konnte sich sogar in einem Oldtimer chauffieren lassen. 14 Paare ließen sich dort trauen oder segnen.

Auch in der Erlebniskirche St. Crucis in Bad Sooden-Allendorf wurde viel für die Paare geboten, die #einfachheiraten wollten. Wer wollte, konnte sich sogar in einem Oldtimer chauffieren lassen. 14 Paare ließen sich dort trauen oder segnen.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 29 Jun 2026

Paare konnten in festlich geschmückte Kirchen beispielsweise am nordhessischen Edersee, oder auf dem Christenberg im Landkreis Marburg-Biedenkopf kommen. Außerdem war #einfachheiraten in der Klosteranlage Eberbach im Rheingau und im Jagdschloss Kranichstein bei Darmstadt möglich. Insgesamt waren es mehr als 240 Trauungen und über 330 Segnungen.

Bundesweit haben nach ersten Schätzungen mehr als 5.000 Paare Gottes Segen für ihre Liebe rund um das Datum 26.6.2026 zugesprochen bekommen – ohne lange Vorbereitungszeit, hohen organisatorischen Aufwand oder große Kosten. Neben Segnungen, zum Beispiel für Partnerschaften, Verlobungen oder Ehejubiläen, waren an 370 Orten auch evangelische kirchliche Trauungen möglich.

Video-Beitrag zum Thema in der hr-Sendung "Die Ratgeber" vom 26.6.2026 zur Aktion im Seepark Niederweimar im Kirchenkreis Marburg. Der Beitrag startet mit Klick auf das Bild.

Video-Beitrag zum Thema in der hr-Sendung "Die Ratgeber" vom 26.6.2026 zur Aktion im Seepark Niederweimar im Kirchenkreis Marburg. Der Link zum Beitrag befindet sich unter dem Bild.

Brautkleider, Sneaker, Freudentränen

„Brautkleider neben Sneaker, Tränen der Freude und der Rührung, Geschichten, die das Leben schreibt: #einfachheiraten hat zwei Tage gezeigt, wie Kirche ist – herzlich, offen, einfühlsam und voller Segen“, resümiert die für die Aktion in Hessen-Nassau zuständige Pfarrerin Pia Baumann vom Zentrum Verkündigung der EKHN. Was leicht und sonnig daherkam, sei das Ergebnis intensiver Vorbereitung gewesen, theologisch wie organisatorisch. Froh und dankbar zeigt sich Baumann über das Engagement der Beteiligten in Haupt- und Ehrenamt: „Sie haben Orte geschaffen und Momente geschenkt, die bleiben. Sie haben mit den Paaren ihre Liebe gefeiert, diese gewürdigt und gesegnet. So wie es individuell gut war: mal mit leisen, zarten Tönen, mal überschwänglich fröhlich. Und immer mit Feingefühl.“

Kühle Kirchen waren heißbegehrt

„Mit der Aktion ‚einfach heiraten‘ zeigen wir als Kirche bewusst, dass wir uns auch auf andere Orte einlassen: draußen, am See, im Wald. Dieses Jahr war die kühlere Kirche der meistbegehrte Ort für eine Segnung oder Trauung“, ergänzt Pfarrerin Margit Zahn vom Organisationsteam der EKKW. Alle angemeldeten Paare seien gekommen, aufgrund der Hitze hätten jedoch weniger Menschen spontan das Angebot genutzt als im Vorjahr. Dennoch stimme sie dem Eindruck einer der Ehrenamtlichen zu: „So viele glückliche Menschen habe ich selten gesehen.“

Bischöfin Dr. Beate Hofmann war in Langenselbold mit dabei und berichtet von ihren Eindrücken.

Berührende Geschichten aus Hebel

Als das letzte Paar am Freitagabend kurz vor 20.26 Uhr durch die Kirchentür in Hebel (Kirchenkreis Schwalm-Eder) trat, lagen bereits Stunden voller Emotionen hinter den vier Pfarrerinnen und ihrem Team. Sieben kirchliche Trauungen, vier Segnungen – und Geschichten, die unter die Haut gingen. Pfarrerin Sabine Koch hat drei davon für uns aufgeschrieben.

Im Brautkleid von vor elf Jahren

Auch ein weiteres Paar sorgte für Staunen: Mit vier Kindern kam die Familie in die Kirche, um ihr Eheversprechen zu erneuern – und die Eheleute trugen dafür ihre Originalkleider von vor elf Jahren. Den Eltern Lisa-Marie und Nikitas Theoharis war es ein Anliegen, ihrer Liebe noch einmal vor ihren Kindern Ausdruck zu verleihen. Am Schluss durften die Kinder ihre Hand auf die der Eltern legen und wurden mit ihnen gesegnet.

Lisa und Nikitas Teoharis mit ihren Kindern Paul, Karl, Lotte und Lene

Lisa und Nikitas Teoharis mit ihren Kindern Paul, Karl, Lotte und Lene

Ehemann überrascht seine Frau mit neuem Ring

Für einen berührenden Moment sorgte ein Paar aus Stadtallendorf, das seit fast 30 Jahren verheiratet ist und gerade in der Nähe Urlaub machte. Die Frau hatte vor Jahren ihren Ehering verloren. Als ihr Mann von der Aktion erfuhr, meldete er sich kurzerhand an – ohne das Wissen seiner Frau. Er kaufte einen neuen Ehering und organisierte gemeinsam mit den erwachsenen Kindern einen vermeintlichen Familienausflug nach Hebel. Der Ausflug endete damit, dass das Paar vor dem Altar sein Ehegelöbnis erneuerte und es einen Ringwechsel gab. Die Ehefrau war völlig überrascht – und tief gerührt. Passend zum Moment erklang Leonard Cohens „Halleluja", vorgetragen von Johanna Major. „Es gab kaum jemanden in der Kirche, der trockene Augen hatte", erinnert sich Pfarrerin Koch.

Ruth und David Kase und der verlorene und neue Ring

Ruth und David Kase und der verlorene und neue Ring

Die Braut, die von nichts wusste

Die zweite Braut, die von nichts wusste, wurde direkt von ihrem Mann von der Arbeit abgeholt. Seit vielen Jahren hatte sich die Frau gewünscht, kirchlich zu heiraten, doch bisher kam es nicht dazu. Der Ehemann kam gleich im Anzug zur Arbeitsstelle seiner Frau und hatte drei Brautkleider zur Auswahl dabei – sie durfte sich eins aussuchen und im nächsten Moment standen die beiden auch schon vor dem Altar. 

Aktion geht in die Verlängerung

In der EKKW startete die diesjährige Aktion #einfachheiraten bereits am 6. Juni in Marburg, in der EKHN am 19. Juni in Mainz. Am 29. August gibt es in Hessen noch weitere Möglichkeiten, Ja zu sagen oder Segen zu empfangen: im südhessischen Langen und im Kloster Eberbach im Rheingau. Und auch im kommenden Jahr wird es die Möglichkeit geben, bei #einfachheiraten dabei zu sein. Die Aktion findet dann rund um den 2.7.2027 statt. 

www.einfachheiraten.info

Die Aktion #einfachheiraten wurde bundesweit gemeinsam von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zwölf Landeskirchen gestaltet – so viele wie noch nie.  Die beiden benachbarten Landeskirchen EKHN und EKKW haben bereits Erfahrung: 2025 ließen sich 650 Paare in Hessen und Teilen von Rheinland-Pfalz segnen oder trauen. Neben evangelischen Trauungen sind Segnungen – etwa für Partnerschaften, Verlobungen oder Ehejubiläen möglich. Für eine Trauung muss das Paar bereits standesamtlich verheiratet sein und mindestens eine Person der evangelischen Kirche angehören. Für Segnungen sind keine formalen Voraussetzungen nötig.