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Früchte, Gemüse und Blumen als Erntedankgaben

Früchte, Gemüse und Blumen als Erntedankgaben

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 24 Sep 2026

Gott für die Ernte zu danken, gehörte zu allen Zeiten zu den religiösen Grundbedürfnissen der Menschen. Schon in der Antike, im alten Israel oder bei den Römern waren solche Feste bekannt. Die Kirche feiert das Erntedankfest bereits seit dem dritten Jahrhundert. Der Termin für Erntedank ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Manche Gemeinden feiern das Fest jedoch auch schon im September oder erst Mitte Oktober.

7 Jahre – 700.000 Bäume

Mit der Aktion „7 Jahre – 700.000 Bäume“ will die EKKW dazu beitragen, dass neue Bäume wachsen und zugleich die Bedeutung des Waldes schärfen. Mehr als 67.000 Bäume sind im Rahmen der Aktion bereits gewachsen. Wichtiger als die mutige Zielmarge von 700.000 Bäumen sei es indes, Menschen wieder (neu) für den Wald zu sensibilisieren und zugleich auf seine überlebenswichtigen Funktionen und seine Bedrohung durch den Klimawandel aufmerksam zu machen, erläutert Bischöfin Dr. Beate Hofmann die Idee der Kampagne. 

Tipp: Walderntedankfest auf dem Christenberg

Ein besonderes Erntedankfest wird am Samstag, 27. September, ab 12 Uhr in den Schanzen auf dem Christenberg gefeiert. Die Evangelische Kirchengemeinde Christenberg-Hollende (Kirchenkreis Kirchhain) lädt zu einem Walderntedankfest unter freiem Himmel ein. Bereits um 10.30 Uhr startet ein Pilgerweg vom Wanderparkplatz Gesenne zum Christenberg. Nach dem Gottesdienst bietet Forstamtsleiter Dr. Lars Wagner eine Exkursion zu markanten Gebieten im Burgwald an. Für Kinder gibt es eine waldpädagogische Aktion. Zudem ist für Speisen und Getränke gesorgt. Für die Teilnahme am Pilgerweg wird um Anmeldung gebeten (Margarete Deist, Tel.: 06421/9723407).

Kollekte für die Opfer von Kriegen und Katastrophen

An Erntedank wird in den Gottesdiensten der Kirchengemeinden der EKKW zur Kollekte für die Opfer von Kriegen und Katastrophen aufgerufen. Mit den Mitteln dieser Kollekte kann die Landeskirche schnell und unbürokratisch auf Krisen, Kriege und Naturkatastrophen reagieren. In den vergangenen zwölf Monaten wurden dafür insgesamt 217.500 Euro bereitgestellt. Unterstützt wurden dabei folgende Hilfsmaßnahmen:

• Haiti: 20.000 Euro nach Hurrikan Melissa (November 2025)

• Indonesien: 20.000 Euro nach Sturzfluten und Erdrutschen in Nord-Sumatra (Dezember 2025)

• Kongo: 10.000 Euro zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo

• Libanon: 55.000 Euro Nothilfe während des Krieges (Frühjahr 2026)

• Palästina/Gazastreifen: 25.000 Euro für Hilfsmaßnahmen

• Philippinen: 25.000 Euro nach Erdbeben (Oktober 2025 und Juni 2026)

• Sudan: 45.000 Euro für humanitäre Hilfe im Krieg (Oktober 2025 und August 2026)

• Venezuela: 17.500 Euro für die Erdbebenhilfe (Juli 2026)

„Mit großer Dankbarkeit nehme ich wahr, dass Menschen an Erntedank bereit sind, über ihre Kollekten die Solidarität mit Menschen in schwierigen und bedrängenden Situationen zum Ausdruck zu bringen“, so Dr. Diethelm Meißner, Dezernent für Diakonie und Ökumene der EKKW. Die Unterstützung solle dabei nicht allein den Krisen gelten, die im Fokus der Öffentlichkeit stünden.

Pfarrerin Jana Koch-Zeisig aus Fulda
Dankbar sein für das, was wir bekommen...

Erntedank ist ein «Feiertag» und ein besonders schönes Fest - gerade jetzt im Herbst, wenn sich die Blätter rot und orange verfärben und Obst- und Gemüsesorten geerntet werden können. Wie zum Beispiel Äpfel. Über Erntedank und warum wir diesen Tag brauchen spricht Medienhaus-Redakteur Tobias Stübing mit Pfarrerin Jana Koch-Zeisig aus Fulda.

Erntedankaltar mit Früchten der Arbeit

In vielen Kirchengemeinden sind zum Erntedankfest die Altäre festlich geschmückt: mit Obst und Gemüse, in ländlichen Gemeinden auch mit einer Erntekrone, die traditionell aus den vier Getreidesorten Roggen, Weizen, Hafer und Gerste gebunden wird. In städtischen Gebieten wird der Schmuck manchmal durch Handwerkserzeugnisse ergänzt – auch sie sind Früchte der Arbeit. Bereits aus dem Mittelalter stammt die Tradition, dass die Gaben des Erntealtars bedürftigen Mitbürgern zugute kommen: Sie werden an Obdachlosenheime oder Tafeln gespendet. 

Dekan Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg, Kirchenkreis Marburg

Erntedank - Eine biblische Rettung

von Dekan Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg, Kirchenkreis Marburg

Das Erntedankfest heute gehört zu meinen Lieblingsfesten. Bunt, voll Musik und Farbe, fröhlich, meist mit Kindern zusammen feiere ich es am liebsten. Dabei ist das Fest auch eine Herausforderung. Gerade mit Blick auf die Kinder. Eine Zukunft in unserer von Krisen geprägten Welt.

Erntedank fragt danach, was wirklich wichtig ist im Leben. Nach dem, was dich trägt und hält, auf was du vertraust, wofür du dankbar bist. Eine gute jüdische Tradition auf diese Frage zu antworten ist es, die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten zu erzählen. Es ist eine Rettungsgeschichte.

Sie erzählt von harten Zeiten – und wie Gott den Israeliten immer wieder hilft. Gott schickt ihnen Manna und Wachteln. Und Wasser. Und er rettet sie vor ihren Feinden. Dennoch beschweren sich die Israeliten immer wieder über ihn zweifeln daran, ob Gott es wirklich gut mit ihnen meint.

So weit weg von uns sind sie damit nicht. Wie schnell wird auch bei uns nur das Negative gesehen. Selbst an Erntedank wird vor allem über die negativen Folgen des Klimawandels geredet, über Ernteprobleme und ob wir genug für Geflüchtete aus Kriegsländern haben.

«Haben wir genug?», fragen sich auch viele in ihrem Privatleben und denken und reden vor allem von Krisen. Erntedank ist aber ein Anlass davon zu erzählen, wofür ich danken kann. Davon, aus welchen Krisen ich schon gerettet wurde, wer alles zu mir gestanden hat und wieviel Gutes ich erlebt habe – und davon, dass dahinter vielleicht doch dieser manchmal schwer zu begreifende Gott steht. Das alles ist nicht selbstverständlich. Ich glaube fest: Auf Gott kann ich mich verlassen. Ihm meine Kinder und mich anvertrauen. Und mit ihm kann ich heute fröhlich feiern. Gott sei Dank!

Spenden für Not leidende Menschen

Nach christlichem Verständnis gehören Danken und Teilen zusammen. Deshalb wird an Erntedank an Hungerkatastrophen erinnert und für Not leidende Menschen gesammelt. Viele Gemeinden spenden ihre Kollekte an die Aktion «Brot für die Welt». Zudem verweisen die Christen auf die Bedrohung von Gottes Schöpfung.

Konfis backen Brot für die Welt

Auch 2026 lädt die Aktion „5.000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt“ wieder bundesweit zum Backen und zum Kennenlernen von Ausbildungsprojekten ein - diesmal in Argentinien und Mosambik. Seit 2014 backen Konfi-Gruppen in ganz Deutschland mit ihrem lokalen Bäcker Brot zugunsten von Brot für die Welt. Mit den Spenden werden unterschiedliche Ausbildungsprojekte für Jugendliche unterstützt.

kirchenjahr-evangelisch.de

Viel Wissenswertes rund um das Erntedankfest und die liturgischen Texte, die im Mittelpunkt der Gottesdienste stehen, hält die Internetseite «Kirchenjahr evangelisch» bereit.