Nach Angaben der Diakonie Hessen wissen viele Betroffene und Angehörige nicht, dass sie Anspruch auf die kostenfreie Unterstützung durch ambulante Hospizdienste haben. Die Begleitung kann über einen längeren Zeitraum hinweg am Wohnort der Betroffenen stattfinden und schließt auch Angehörige mit ein.

„Hospizarbeit wirkt“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. Die Begleitung helfe Menschen dabei, ihre verbleibende Lebenszeit selbstbestimmt, gut begleitet und in Würde zu gestalten.
Unterstützung für Betroffene und Angehörige
Hospizarbeit und Palliativversorgung seien dabei eng miteinander verbunden, teilte die Diakonie Hessen mit. Ambulante Hospizdienste arbeiten mit Haus- und Fachärzten sowie spezialisierten ambulanten Palliativdiensten zusammen. Ziel sei es, schwer kranke Menschen entsprechend ihrer individuellen Situation zu unterstützen und ihnen wie auch ihren Angehörigen beizustehen.
Die Bedeutung solcher Angebote hatte die Diakonie Hessen bereits zum Diakoniesonntag im September hervorgehoben. Unter dem Leitwort „Lebenswert bis ans Ende“ standen Hospizarbeit, Palliativversorgung und seelsorgliche Begleitung im Mittelpunkt. Dabei betonte die Diakonie, dass die Würde des Menschen nicht von Gesundheit, Leistungsfähigkeit oder Selbstständigkeit abhänge, sondern auch in Krankheit, Pflegebedürftigkeit und im Sterben bestehen bleibe.
Ehrenamtliche leisten unverzichtbare Hilfe
Eine wichtige Rolle spielen ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter. Sie hören zu, verbringen Zeit mit den Betroffenen und entlasten Angehörige in einer herausfordernden Lebensphase. Nach Angaben der Diakonie Hessen engagieren sich in Hessen rund 5.000 qualifizierte Ehrenamtliche in etwa 100 Hospizinitiativen. Sie begleiten jedes Jahr rund 10.000 schwer kranke und sterbende Menschen.
Hospizdienste auf Spenden angewiesen
Gleichzeitig stehen viele ambulante Hospizdienste vor finanziellen Herausforderungen. Die Förderung durch die Krankenkassen decke die Kosten nicht vollständig, teilte die Diakonie Hessen mit. Steigende Ausgaben etwa für Koordination, Fahrten sowie Aus- und Fortbildungen erhöhten den Druck auf die Angebote. Deshalb seien Hospizdienste weiterhin auf Spenden und freiwilliges Engagement angewiesen.
Wer Unterstützung sucht oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich an örtliche Hospizvereine und ambulante Hospizdienste wenden. Eine Übersicht entsprechender Angebote bietet die Diakonie Hessen auf ihrer Internetseite.
Welthospiztag und Deutscher Hospiztag
Der Welthospiztag wird jährlich am zweiten Samstag im Oktober begangen, der Deutsche Hospiztag findet am 14. Oktober statt. Beide Aktionstage machen auf die Situation schwer kranker und sterbender Menschen sowie die Bedeutung von Hospiz- und Palliativarbeit aufmerksam. Mehr Hintergründe auf der Themenseite der Diakonie Hessen.
