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Gruppenfoto in Rumänien (v.l.): Pfarrer Hendrik Letlape, Kinder der Jugendgruppe, Pfarrer Alfred Dahinten, Bischof Reinhard Guib, Bischöfin, Bischof Elias Mogorosi, Frau Dahinten, Kathrin Mantey vom Zentrum Oekumene und weitere Kinder der Jugend-Tanzgruppe.

Gruppenfoto in Rumänien (v.l.): Pfarrer Hendrik Letlape, Kinder der Jugendgruppe, Pfarrer Alfred Dahinten, Bischof Reinhard Guib, Bischöfin, Bischof Elias Mogorosi, Frau Dahinten, Kathrin Mantey vom Zentrum Oekumene und weitere Kinder der Jugend-Tanzgruppe.

Sibiu/Mühlbach, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 02 Jun 2026

Auf Einladung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien kommen Bischöfe aus Estland, Indien, Kirgisien, Namibia und Südafrika zusammen. Sie bringen unterschiedliche Erfahrungen mit – und stellen doch ähnliche Fragen: Wie bleibt Kirche für Menschen relevant? Wie können Aufgaben besser verteilt werden? Und was braucht eine lebendige Gemeindearbeit heute?

Seit fünf Jahren sind die EKKW und die Kirche in Rumänien partnerschaftlich verbunden. „Durch die Partnerschaft wollen wir uns als Kirchen und Gemeinden gegenseitig unterstützen und voneinander lernen“, sagte Bischöfin Dr. Beate Hofmann. Themen wie die schwindende Bindung an die Kirche, der Erhalt von Gebäuden oder der Einsatz für Frieden und Demokratie spielten in beiden Ländern eine Rolle.

Predigt in Mühlbach: Halt in unsicheren Zeiten

Vor Beginn der Beratungen war Hofmann bereits nach Siebenbürgen gereist. In der Kleinstadt Mühlbach predigte sie am Sonntag (30. Mai) über ein Lied des Dichters Paul Gerhardt. Dabei ging es um die Frage, was Menschen trägt, wenn das Leben unsicher wird. Das Lied sei „wie ein starkes Seil, an dem man sich festhalten kann, wenn es besonders stürmisch und schwierig wird im Leben“.

Hofmann erinnerte daran, dass schon Gerhardt selbst große Krisen erlebt habe – Krieg, Verlust und persönliche Schicksalsschläge. Gerade in solchen Zeiten könne der Glaube Halt geben. „Aus dem Glauben an den dreieinigen Gott hat Paul Gerhardt die Kraft gezogen, all das Schwere in seinem Leben auszuhalten“, so die Bischöfin.

Ist Gott für mich...
Festgottesdienst 20jähriges Bestehen Notfallseelsorge EKKW

Predigt von Bischöfin Dr. Beate Hofmann am 31. Mai 2026 in Mühlbach (Rumänien) zu EG 351. Unser Archiv-Foto zeigt Bischöfin Hofmann bei einem anderen Predigtanlass.

Mehr als ein „Weiter so“

Die Bischöfin schlug auch den Bogen in die Gegenwart. Sie sprach von Ungerechtigkeit, Klimawandel und gesellschaftlichen Spannungen. Christlicher Glaube bedeute nicht, einfach weiterzumachen wie bisher. Vielmehr eröffne er „neue Lebensmöglichkeiten, nicht ein ‚weiter so‘“.

Die Kraft dafür komme aus dem Glauben selbst: aus dem Vertrauen auf Gott, aus der Orientierung an Jesus Christus und aus dem Mut, den der Heilige Geist gebe. „Er ist Gottes Kraft in uns, die uns Mut zur Umkehr, Kraft zum Weiterleben und zum Lieben gibt“, sagte Hofmann in ihrer Predigt.

Gemeinsame Basis über Ländergrenzen hinweg

Trotz aller Unterschiede verbindet die Kirchen mehr, als sie trennt. Dazu gehören die biblische Botschaft und gemeinsame Lieder, so Hofmann. Texte wie die von Paul Gerhardt werden bis heute in vielen Ländern gesungen und verstanden.

www.evang.ro

Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien hat ihre Wurzeln im 12. Jahrhundert bei deutschen Siedlern in Siebenbürgen und ist seit der Reformation um 1550 lutherisch geprägt. Über Jahrhunderte war sie eng mit dem gesellschaftlichen Leben der Siebenbürger Sachsen verbunden; ein sichtbares Zeichen dafür sind die Kirchenburgen. Nach Krieg, politischem Wandel und der Auswanderung vieler Mitglieder ist sie heute eine kleinere Diasporakirche. Sie pflegt ihr geistliches und kulturelles Erbe und setzt auf Austausch mit Partnerkirchen weltweit.