Rund 20.000 junge Mitglieder der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die in den kommenden zwölf Monaten 18 Jahre alt werden und von der Bundeswehr angeschrieben werden, erhalten zusätzlich eine Postkarte von ihrer Kirche. Sie verweist auf die Internetseite www.deine-meinung.info. Dort finden sich vielfältige Informationen, Broschüren, Videos und Links rund um die Themen Gewissen, Wehrdienst, Wehrpflicht, Kriegsdienstverweigerung und Freiwilligendienste sowie Kontakt- und Beratungsangebote. Für persönliche Gespräche stehen Friedensfachleute sowie Referentinnen und Referenten aus der kirchlichen Jugendarbeit vor Ort zur Verfügung.
Zeit, Orientierung und Unterstützung
„Entscheidungen über einen möglichen Dienst in der Bundeswehr verlangen Zeit, Orientierung und Unterstützung“, ist Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Referentin für Friedensarbeit im Zentrum Oekumene, überzeugt. Sie berät junge Menschen, Reservisten und Soldaten zur Kriegsdienstverweigerung und weiß: „Themen wie Wehrdienst oder Krieg waren für viele junge Leute bisher weit weg.“ Das habe sich mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine geändert.

Wehrdienst als Gewissensfrage
Seit dem 1. Januar erhalten alle 18‑Jährigen Post vom Verteidigungsministerium – mit der Frage nach ihrer Bereitschaft zum Wehrdienst. Pfarrerin Sabine Müller‑Langsdorf spricht im Radiobeitrag über Zweifel, Verantwortung und Freiheit. Junge Menschen schildern sehr unterschiedliche Haltungen: vom bewussten Ja zur Bundeswehr bis zur klaren Verweigerung. „Soldatin und Soldat ist kein Beruf wie jeder andere“, sagt Müller‑Langsdorf und macht deutlich, warum diese Entscheidung das Gewissen berührt – und warum die Kirche dabei begleitet.
Unterschiedliche Haltungen zum Wehrdienst
Manche sähen im Wehrdienst die beste Option, zur Freiheit ihres Landes beizutragen. Andere hingegen plagen Sorgen, im Kriegsfall zur Armee eingezogen zu werden, und sie fragten nach dem Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Wieder andere lehnten für sich grundsätzlich jede Form von Gewalt ab, schildert Müller-Langsdorf. Sie ergänzt: „Der Neue Wehrdienst in Deutschland ist eine Antwort auf eine veränderte Sicherheitslage. Junge Leute müssen eine Gemengelage von Gefühlen, Pflichten und Rechten für sich innerlich sortieren. Fragen von Frieden und Gewalt berühren ja auch das Gewissen.“
Ergebnisoffene Beratung durch die Kirche
Die beiden Landeskirchen wollen dafür einen sicheren, ergebnisoffenen Beratungsraum bieten, der hilft, persönliche Werte zu klären und einen verantwortlichen eigenen Weg zu finden. Militärisch oder zivil: Die evangelische Kirche sieht beide Wege als mögliche Beiträge zum Frieden.
deine-meinung.info

Der neue Wehrdienst stellt viele junge Menschen vor eine wichtige Entscheidung. Auf deine‑meinung.info finden sie verständliche Infos zu Wehrdienst, Musterung und Kriegsdienstverweigerung sowie Videos, Materialien und persönliche Beratungsangebote. Die evangelische Kirche bietet dort einen neutralen, ergebnisoffenen Raum, um eigene Werte zu prüfen und den passenden Weg zu finden.
