Im Mittelpunkt des Treffens zwischen dem Synodalpräsidium der EKKW und dem Katholikenrat des Bistums Fulda standen laut Dr. Norbert Zander, Sprecher der Projektgruppe Ökumene des Katholikenrats, drei Themen: die Zusammenarbeit vor Ort, der Umgang mit nicht mehr genutzten Kirchengebäuden und die Verantwortung für Klimaschutz.
Gemeinsame Themen – gemeinsame Verantwortung
Beide Seiten berichteten von Beispielen gelebter Ökumene in Gemeinden und diskutierten, wie christliche Grundwerte stärker gemeinsam in der Gesellschaft sichtbar gemacht werden können. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zukunft von Kirchengebäuden. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und veränderter Nutzung suchen beide Kirchen nach tragfähigen Konzepten für nicht mehr benötigte Sakralräume – möglichst in ökumenischer Zusammenarbeit.
Auch der Klimaschutz wurde als gemeinsames Handlungsfeld benannt. Grundlage des Austauschs waren unter anderem das Klimaschutzgesetz der EKKW sowie entsprechende Konzepte im Bistum Fulda.
Ergänzung zu bestehenden Gesprächen
Das neue Format ergänzt die bereits bestehenden Gespräche der Kirchenleitungen. Grundlage ist ein Kooperationsabkommen zwischen beiden Kirchen, das eine engere Zusammenarbeit langfristig sichern soll. Ziel ist es, den Austausch auch auf Ebene der Gremien zu verstetigen.
Fortsetzung geplant
Ein konkretes Ergebnis des Treffens ist eine Einladung des Katholikenrats an das Synodalpräsidium der EKKW zu einer Veranstaltung im August. Dort soll es vertiefend um Perspektiven für Kirchengebäude gehen. Beide Seiten wollen den begonnenen Dialog fortsetzen und die ökumenische Zusammenarbeit weiter ausbauen.
Vereinbarung über die ökumenische Zusammenarbeit

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck und das Bistum Fulda haben im Mai 2024 eine Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit geschlossen. Beide Kirchen wollen damit ihre ökumenischen Beziehungen vertiefen und künftig stärker gemeinsam auftreten.
Vorgesehen ist ein regelmäßiger Austausch zwischen den Kirchenleitungen sowie auf Arbeitsebene. Außerdem wollen EKKW und Bistum Fulda ihre Präsenz bei gesellschaftlichen Anlässen, Großveranstaltungen und in Krisensituationen abstimmen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit in einzelnen Arbeitsfeldern. Dazu zählen unter anderem Seelsorgeangebote, Bildungsarbeit und der Umgang mit kirchlichen Immobilien. Teilweise bestehen bereits gemeinsame Strukturen, etwa in der Krankenhausseelsorge oder im Bereich der Religionspädagogik in Fulda.
Die Vereinbarung zielt darauf, bestehende Kooperationen auszubauen und neue gemeinsame Projekte zu entwickeln, etwa in der Altenheim-, Notfall- und Telefonseelsorge sowie im Bildungsbereich.
