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Unser Foto zeigt Zerstörungen an Häusern in Craracas

Unser Foto zeigt Zerstörungen an Häusern in Craracas

Leipzig/Kassel, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 07 Aug 2026

Die Erdbeben vom 24. Juni zählen nach Angaben des Gustav-Adolf-Werks (GAW) zu den schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte in Venezuela. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Caracas sowie die Bundesstaaten La Guaira und Carabobo. Mehr als 6.000 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt. Über 58.000 Gebäude wurden beschädigt oder zerstört, zahlreiche Menschen werden weiterhin vermisst.

Das Erdbeben traf ein Land, das bereits seit Jahren unter einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise leidet. Hyperinflation, ein geschwächtes Gesundheitswesen und der Mangel an Fachkräften erschweren den Wiederaufbau zusätzlich. Nach Angaben des GAW haben in den vergangenen Jahren Millionen Menschen Venezuela verlassen.

Hilfe über kirchliche Netzwerke

Das Gustav-Adolf-Werk arbeitet in Venezuela mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche des Landes sowie kirchlichen und ökumenischen Partnerorganisationen zusammen. Die langjährigen Kontakte ermöglichen es, Hilfen direkt an die betroffenen Menschen weiterzugeben und sie auch über die akute Nothilfe hinaus zu begleiten.

„Wir freuen uns, dass wir die Lutherische Kirche in Venezuela und das diakonische Hilfswerk Acción Ecuménica unterstützen können. So trägt unsere Erntedankkollekte dazu bei, dass die Betroffenen in der Erdbebenregion Zugang zu dringend benötigter Hilfe bekommen“, sagt Pfarrer Dr. Diethelm Meißner, Dezernent für Diakonie und Ökumene der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Die EKKW stellte für die Hilfe im Juli 7.500 Euro aus der Erntedankkollekte bereit. Das Geld wurde über das Gustav-Adolf-Werk an die Partner vor Ort weitergeleitet.

Vom Überleben zum Wiederaufbau

In den ersten Wochen nach der Katastrophe standen die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Hilfsgütern sowie die Unterbringung obdachlos gewordener Familien im Mittelpunkt. Nach Angaben des GAW beginnt nun die langfristige Phase des Wiederaufbaus. Dabei geht es um die Frage, wie Familien wieder Wohnraum finden, Kinder zur Schule gehen können und traumatische Erlebnisse verarbeitet werden.

Kirchliche Einrichtungen unterstützen deshalb Bildungsangebote für Kinder, versorgen Menschen in Notunterkünften mit Mahlzeiten und leisten medizinische Hilfe. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der psychosozialen und seelsorglichen Begleitung von Menschen, die Angehörige verloren oder ihr Zuhause eingebüßt haben. Das GAW unterstützt unter anderem die Finanzierung medizinischer Versorgung sowie von Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Prothesen.

Spenden für die Erdbebenhilfe in Venezuela

Spendenkonto:

Kontoinhaber: GAW EKKW
IBAN DE81 5206 0410 0000 800 058 

Spendenzweck: Nothilfe Venezuela 

Das Gustav-Adolf-Werk ist das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland und tritt für die Rechte protestantischer Minderheitskirchen in 40 Ländern der Welt ein und damit für die Religionsfreiheit. Es ist das älteste evangelische Hilfswerk und wurde 1832 in Leipzig gegründet.

Unterstützung für Kinder und Familien

Auch einzelne Einrichtungen tragen weiterhin große Verantwortung. Im Straßenkinderheim Casa Hogar „Amor, Fe y Esperanza“ leben nach Angaben des GAW zusätzlich Kinder, die durch das Erdbeben ihre Eltern verloren haben. Die Mitarbeitenden leisten dort unter schwierigen Bedingungen Hilfe und arbeiten zugleich an der Grenze ihrer personellen und finanziellen Möglichkeiten.

Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Valencia nimmt weiterhin Erdbebenopfer auf und versorgt sie mit Lebensmitteln, Kleidung und den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens. In anderen Projekten erhalten Kinder Unterricht in provisorischen Zeltschulen sowie Mahlzeiten und Schulmaterial.

Hilfe mit langem Atem

Kirchliche Partner bleiben den Betroffenen auch dann verbunden, wenn die internationale Aufmerksamkeit für die Katastrophe nachlässt. Nach Einschätzung des Gustav-Adolf-Werks ist diese langfristige Begleitung eine besondere Stärke kirchlicher Netzwerke. Sie ermöglicht es, Menschen über Monate und Jahre hinweg auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen.