Die ökumenische Kampagne richtet sich an alle Wahlberechtigten, die am 15. März in Hessen an der Kommunalwahl teilnehmen können. Zudem machen die christlichen Kirchen in Rheinland-Pfalz mit der Kampagne ihre Haltung zur bevorstehenden Landtagswahl am 22. März sichtbar.
Gemeinsame Verantwortung für die Zukunft
Die Kirchen machen deutlich: Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Einsatz für die Würde jedes Menschen und von gegenseitigem Respekt. Sie werben für eine offene, solidarische und gerechte Gesellschaft, ohne parteipolitische Empfehlungen auszusprechen, aber mit einer klaren wertebasierten Haltung, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.
Mit der Kampagne positionieren sich die Kirchen eindeutig für die Grundwerte der Demokratie. Sie wenden sich gegen Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und jede Form von Extremismus und werben zugleich für ein gesellschaftliches Miteinander, das von Vielfalt, Verantwortung und Solidarität geprägt ist. Zugleich betonen sie die gemeinsame Verantwortung für das gesellschaftliche Klima, in dem diese Wahlen stattfinden. Mit der Kampagne wollen sie Orientierung geben, Mut machen und zu einer respektvollen politischen Kultur beitragen.

Zeigen gemeinsam Flagge: Die leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen Südwest und Hessen-Rheinhessen, darunter Bischöfin Beate Hofmann von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (3.v.l.)
Vielfältige Aktionen und Materialien
Die Kampagne „Aufstehen für...“ startete am Aschermittwoch (18. Februar). Seither stellen die beteiligten Kirchen ihren Gemeinden, Pfarreien und Einrichtungen umfangreiche Materialien zur Verfügung. Dazu gehören Plakate, Fahnen und Banner, Sticker, Postkarten sowie verschiedene Give-aways, die vor Ort eingesetzt werden können.
www.aufstehen-fuer.de
Begleitend ist eine zentrale Internetseite online gegangen. Dort finden sich Informationen zur Kampagne, Grafiken, Videobotschaften sowie Wahlaufrufe. Im Mittelpunkt steht dabei eine positive und ermutigende Ansprache unter der Leitfrage: „Wofür stehst du auf?“
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Die Kampagne lädt ausdrücklich zur Beteiligung ein. Menschen können sich einbringen, indem sie Inhalte in den sozialen Medien teilen, Materialien nutzen, eigene Aktionen in Gemeinden und Einrichtungen durchführen oder persönliche Statements für Demokratie und Menschenwürde formulieren. Beispiele gelungener Aktionen werden auf der Kampagnenseite vorgestellt und weiterverbreitet.

Wir stehen auf...
Die christlichen Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz stehen gemeinsam auf – für die Würde aller Menschen in unserem Land und für eine Stärkung unserer Demokratie. Menschenverachtende, extremistische, populistische und demokratiefeindliche Positionen widersprechen diesem Verständnis – sie haben in unseren Kirchen keinen Platz.
… für die uneingeschränkte Geltung der universalen Menschenrechte, für den Schutz des menschlichen Lebens von Beginn an, für Toleranz, Gleichberechtigung, Vielfalt und Offenheit.
Jede Form von Menschenverachtung, Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit, Homophobie oder anderer Diskriminierung widerspricht unserem Glauben ebenso wie Bestrebungen, Grundrechte nur bestimmten Bevölkerungsgruppen zuzugestehen oder Menschen aus unserer Gesellschaft auszugrenzen oder gar auszuschließen.
… für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Freiheit, Gewaltenteilung, Kontrolle von Macht und gleiche Rechte für alle sind unverzichtbare Grundlagen unseres Gemeinwesens. Wir wenden uns entschieden gegen autoritäres Denken, die Verächtlichmachung demokratischer Institutionen und Prozesse sowie gegen Versuche, das Vertrauen in unsere Demokratie systematisch zu untergraben.
… für eine Gesellschaft, die geprägt ist von Verantwortung füreinander, für unser unmittelbares Umfeld, für Europa und für die Welt.
Nationalistische Überhöhungen, völkisches Denken, Geschichtsrelativierung und ethnisch definierte Zugehörigkeit lehnen wir ab. Deutschland ist Teil eines geeinten Europas und trägt globale Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung.
… für eine Wirtschafts- und Sozialpolitik, die sich an den Prinzipien der christlichen Gesellschaftslehre orientiert.
Wir setzen uns ein für soziale Gerechtigkeit, Inklusion und die aktive Gestaltung der Zukunft – gegen Ausgrenzung, Spaltung, die Leugnung des Klimawandels und soziale Hetze.
… für einen politischen Stil, der verbindet statt spaltet.
Angstmacherei, Feindbilder, populistische Kommunikationsstrategien, Anwendung von Gewalt und jede Form der Zusammenarbeit mit verfassungsfeindlichen Kräften widersprechen unserem Verständnis eines verantwortungsvollen, demokratischen und christlich geprägten Miteinanders.
Breite ökumenische Zusammenarbeit
An der Kampagne beteiligen sich die katholischen Bistümer Fulda, Limburg, Mainz, Paderborn, Speyer und Trier. Von evangelischer Seite wirken die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche der Pfalz, die Evangelische Kirche im Rheinland sowie die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit. Ebenso tragen die Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen Südwest und Hessen‑Rheinhessen die Kampagne.
