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Im Wimmelbild gibt es beispielhaft viele Szenen evangelischer Bildungsarbeit zu entdecken.

Im Wimmelbild gibt es beispielhaft viele Szenen evangelischer Bildungsarbeit zu entdecken.

Bildung aus evangelischer Perspektive

Unsere Aufgabe als Kirche ist es, das Evangelium zu teilen. Das ist die befreiende Botschaft von der Liebe Gottes in Jesus Christus.

In allen Handlungsfeldern und bei allen Grundaufgaben spielen Bildungsprozesse eine Rolle. Das ist 
begründet im biblischen Auftrag (Mt 28,19-20 „Geht hin in alle Welt […] und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe“).

Um auf Gottes Wort zu hören, brauchen wir Bildung. Alle Menschen sollen in der Lage sein, Gottes Wort zu lesen und sich eigenständig mit der christlichen Tradition auseinander zu setzen. Das war ein zentrales Anliegen der Reformation.

Wir wollen Menschen nach ihren Bedürfnissen und Vorstellungen fragen. Hierfür sind neueste Erkenntnisse aus verschiedenen Studien und Befragungen wichtig. Evangelische Bildung findet statt, wenn wir vom Glauben erzählen. Sie ereignet sich auch im Gespräch über christliche Inhalte und dort, wo wir Räume für den Glauben eröffnen. Sie ist wirksam, wenn Menschen befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Evangelische Bildung unterstützt in der seelsorgerlichen Begleitung von Menschen. Sie hilft dabei, Gemeinschaft zu bilden. Bildung wird gebraucht, wenn wir miteinander Krisen bewältigen und Nächstenliebe leben.
 

Grundlinien evangelischer Bildung in der EKKW

1. Ganzheitliche Entwicklung und christlicher Glaube

Evangelische Bildung fördert Menschen in der Entfaltung ihrer von Gott gegebenen Möglichkeiten. Mit Kopf, Herz und Hand - ihr Ansatz ist ganzheitlich. Sie ermutigt zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Denken und Handeln. Evangelische Bildung fördert lebenslanges Lernen zu den Inhalten des christlichen Glaubens. Sie findet immer um der Menschen willen statt, nicht zur Selbsterhaltung der Kirche.

2. Offenheit und Dialog

Evangelische Bildung ist weltoffen und dialogbereit. Sie setzt sich für Menschenwürde und Demokratie ein. Sie stärkt die Fähigkeit, eine Vielfalt von Meinungen zu schätzen und auszuhalten. Sie hinterfragt kritisch verbreitete Weltbilder, die Menschen ausgrenzen. Sie strebt nach Bildungsgerechtigkeit. Ihr Ziel ist, dass alle Menschen ihre Möglichkeiten unabhängig von ihrer Umwelt entfalten können. Evangelische Bildung baut Barrieren ab und ermöglicht Teilhabe.

3. Lebensnähe und Relevanz

Evangelische Bildung ist lebensrelevant. Sie orientiert sich an existentiellen Bedürfnissen und individuellen Lebenserfahrungen von Menschen. Sie stellt sich den Herausforderungen der Gegenwart. Dazu gehören ins-besondere digitale Kommunikation und weltweite Vernetzung (Digitalität und Globalität). So bildet sie Ori-entierung und Identität. Damit wird die aktive Gestaltung individueller Bildungsprozesse ermöglicht.

4. Glaubensorientierung und Freiheit

Evangelische Bildung begleitet Menschen jeden Alters dabei, Kompetenzen und Wissen über die christliche Tradition zu gewinnen. Sie fördert dadurch die Entwicklung einer eigenen kritisch reflektierten Position. Sie bietet Orientierung für ein verantwortungsvolles Leben in evangelischer Freiheit. Sie zielt auf Persön-lichkeitsbildung jenseits von Leistungsdruck und ökonomischer Bewertung. Evangelische 
Bildung ermöglicht eine experimentierfreudige Haltung, indem sie scheinbar Selbstverständliches und Gewohnheiten in Frage stellt.

5. Gemeinschaft und Horizonterweiterung

Evangelische Bildung geschieht vielfach in Gemeinschaft. Sie schafft dadurch Räume für soziales
Lernen. Sie erweitert den Horizont. So ermöglicht sie Begegnung und Auseinandersetzung mit Neuem und auch Fremdem durch Projekte, Aktionen, Diskurse und Debatten. Sie fördert die freie Entfaltung durch Spiel und Kreativität. Dabei nutzt sie vielfältige Lernorte für Bildungserlebnisse. Gottesdienst und Diakonie gehören unabdingbar dazu. Christlicher Glaube braucht die Kirche, denn er braucht sichtbare, verlässliche Formen von Gemeinschaft.

Konkretionen

Die folgenden Handlungsfelder unserer Kirche werden klassisch dem evangelischen Bildungsbereich 
zugeordnet: KiTas und Schulen, Religionsunterricht, Konfi-Zeit, Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und 
Familien, Ausbildungsorte an Fach- und Hochschulen, Erwachsenenbildung vom Senior*innenkreis bis zur evangelischen Akademie.

Die erstgenannten Handlungsfelder sind für die Zukunft unserer Kirche besonders relevant. Sie bieten Kon-taktflächen mit Menschen unter 40 Jahren, auch mit denen, die eher kirchenfern sind. Gute Erfahrungen mit Religionsunterricht und Konfi-Arbeit können die Einstellung zu Religion und Kirche nachhaltig positiv prägen. Inzwischen wirkt sich dieser Einfluss im Zuge des Traditionsabbruchs sogar stärker aus als die Erfah-rungen im Elternhaus.

Die evangelische Bildungsarbeit motiviert freiwillig Engagierte, die in der Jugendarbeit mitmachen und qualifiziert werden (Juleica). Sie wirkt nachhaltig auf den Glauben und die Bindung an die Kirche. Die Konfi-Zeit findet dabei in der Verantwortung von Kirchengemeinden statt. Sie eröffnet authentische Einblicke in gelebte Religion und Alltagsgestaltung. Die Konfi-Zeit unterstützt die Jugendlichen, ihren eigenen Glauben zu entdecken und zu formen in einer starken Gemeinschaft. Sie kann Identität und persönliche Entwicklung stärken. Dazu gehören u.a. die Begleitung und auch der Konfirmationsgottesdienst als Feier des Übergangs zum Jugendalter.

Die evangelische Bildungsarbeit geschieht in Zusammenarbeit mit anderen, oft mit staatlichen Stellen. Dies geschieht z.B. in KiTas und im Religionsunterricht. In der Zusammenarbeit mit staatlichen Bildungseinrich-tungen ermöglicht ev. Bildung einen informierten, selbstbestimmten Umgang mit Religion in ihrer Bedeutung für das eigene Leben und für die Gesellschaft. Sie gibt Orientierung und stärkt die  Urteilsfähigkeit. Der christliche Standpunkt wird dabei als Position offen ins Gespräch gebracht. Kinder und Jugendliche erleben eine Umgebung, die sensibel ist für ihre religiösen Bedürfnisse und Möglichkeiten. Dies schätzen auch Eltern, die keiner oder einer anderen Religion angehören.

Im Sozialraum arbeiten evangelische Bildungsakteur*innen auch mit Vereinen und anderen Trägern 
zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht eine große Vielfalt und orientiert sich an den Bedürfnissen vor Ort.