1. Ganzheitliche Entwicklung und christlicher Glaube
Evangelische Bildung fördert Menschen in der Entfaltung ihrer von Gott gegebenen Möglichkeiten. Mit Kopf, Herz und Hand - ihr Ansatz ist ganzheitlich. Sie ermutigt zu selbstbestimmtem und eigenverantwortlichem Denken und Handeln. Evangelische Bildung fördert lebenslanges Lernen zu den Inhalten des christlichen Glaubens. Sie findet immer um der Menschen willen statt, nicht zur Selbsterhaltung der Kirche.
2. Offenheit und Dialog
Evangelische Bildung ist weltoffen und dialogbereit. Sie setzt sich für Menschenwürde und Demokratie ein. Sie stärkt die Fähigkeit, eine Vielfalt von Meinungen zu schätzen und auszuhalten. Sie hinterfragt kritisch verbreitete Weltbilder, die Menschen ausgrenzen. Sie strebt nach Bildungsgerechtigkeit. Ihr Ziel ist, dass alle Menschen ihre Möglichkeiten unabhängig von ihrer Umwelt entfalten können. Evangelische Bildung baut Barrieren ab und ermöglicht Teilhabe.
3. Lebensnähe und Relevanz
Evangelische Bildung ist lebensrelevant. Sie orientiert sich an existentiellen Bedürfnissen und individuellen Lebenserfahrungen von Menschen. Sie stellt sich den Herausforderungen der Gegenwart. Dazu gehören ins-besondere digitale Kommunikation und weltweite Vernetzung (Digitalität und Globalität). So bildet sie Ori-entierung und Identität. Damit wird die aktive Gestaltung individueller Bildungsprozesse ermöglicht.
4. Glaubensorientierung und Freiheit
Evangelische Bildung begleitet Menschen jeden Alters dabei, Kompetenzen und Wissen über die christliche Tradition zu gewinnen. Sie fördert dadurch die Entwicklung einer eigenen kritisch reflektierten Position. Sie bietet Orientierung für ein verantwortungsvolles Leben in evangelischer Freiheit. Sie zielt auf Persön-lichkeitsbildung jenseits von Leistungsdruck und ökonomischer Bewertung. Evangelische
Bildung ermöglicht eine experimentierfreudige Haltung, indem sie scheinbar Selbstverständliches und Gewohnheiten in Frage stellt.
5. Gemeinschaft und Horizonterweiterung
Evangelische Bildung geschieht vielfach in Gemeinschaft. Sie schafft dadurch Räume für soziales
Lernen. Sie erweitert den Horizont. So ermöglicht sie Begegnung und Auseinandersetzung mit Neuem und auch Fremdem durch Projekte, Aktionen, Diskurse und Debatten. Sie fördert die freie Entfaltung durch Spiel und Kreativität. Dabei nutzt sie vielfältige Lernorte für Bildungserlebnisse. Gottesdienst und Diakonie gehören unabdingbar dazu. Christlicher Glaube braucht die Kirche, denn er braucht sichtbare, verlässliche Formen von Gemeinschaft.