Meine Suche

Unser Foto zeigt das Titelbild eines Videos mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann, das unten im Artikel angesehen werden kann.

Unser Foto zeigt das Titelbild eines Videos mit Bischöfin Dr. Beate Hofmann, das unten im Artikel angesehen werden kann.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 24 Feb 2026

Vier Jahre Krieg bedeuteten „vier Jahre Geschichten von Menschen, die Angst haben, die nachts aus dem Schlaf gerissen werden oder sogar aus dem Leben“, sagte Bischöfin Dr. Beate Hofmann gegenüber dem Medienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Es seien „vier Jahre Bilder von Menschen, die weinen, die frieren, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen“ – verbunden mit „Gefühlen von Ohnmacht und Verzweiflung“. Die drängende Frage laute: „Was können wir denn tun?“

Bischöfin Dr. Beate Hofmann besucht die katholische St.-Josephskirche auf dem Rothenberg in Kassel und begegnet engagierten Menschen. Im Video erzählen auch zwei Helferinnen von ihrer Überzeugung, dass Menschlichkeit keine Konfession kennt.

Eine Antwort darauf sieht die Bischöfin im Engagement der St.-Josephskirche auf dem Rothenberg. Der Raum, in dem sich Kisten mit Kleidung, Decken und Lebensmitteln stapeln und zugleich gebetet werde, erzähle davon, „was Christinnen und Christen und Menschen aus der ganzen Welt tun können“. Dort werde praktische Solidarität geübt und füreinander gebetet. Für die Bischöfin zeigt das: „Wir stehen zu euch. Wir vergessen euch nicht und wir packen mit an, damit es bei euch Frieden wird und ihr eure Hoffnung nicht verliert“, so Hofmann.

Kirche als Ort von Arbeit und Gebet

Besonders beeindruckt habe sie, dass an diesem Ort das zusammenkomme, was für sie Kirche bedeute: „Arbeiten und Beten“. Es engagieren sich Menschen, „die tatkräftige Hilfe für Menschen in Not in der ganzen Welt leisten“, und zugleich sei es ein Ort des Gebetes und des gemeinsamen Gottesdienstes. „Und das so in eins zu sehen, das hat mich sehr beeindruckt“, so die Bischöfin.

Zusammenhalt über Religionen und Weltanschauungen hinweg

Pfarrer Stefan Krönung beschreibt St. Josef als einen Ort, an dem humanitäre Hilfe seit vielen Jahren geleistet werde. Aus seiner Gemeinde seien Transporte unter anderem nach Rumänien, Bosnien, in die Ukraine und zuletzt auch nach Kurdistan gegangen, berichtet der Pfarrer. Das Besondere sei das Miteinander: „Menschen aus allen Kulturen, Völkern und Nationen machen hier mit und das ist das Wunder schlechthin“, so Krönung.

In der Gemeinde wurden unterschiedlichste Menschen zusammenhalten: Christen, Katholiken, Muslime, ebenso Jesidinnen und Jesiden sowie Menschen, „die von Gott nichts halten“, so der Pfarrer. Sie alle engagierten sich gemeinsam – „für ihre Angehörigen, für ihre Nationen, für ihre Freunde, für ihre Bekannten“ – und erfahren zugleich, dass die Hilfe anderen auch ihnen selber gut tue.

Pfarrer Krönung zeigte sich zuversichtlich, „dass wir, wenn wir beten um den Frieden und die Wohlfahrt der Völker, erhört werden“. Sein Appell: „Bitte nicht aufhören. Friede für die Welt.“