Zum bundesweiten Auftakt der diesjährigen Aktionswochen am 16. März in Potsdam sprach die Stiftung gegen Rassismus von der bislang höchsten Beteiligung seit Bestehen der Veranstaltungsreihe. „Das ist ein Rekord in der Geschichte der Internationalen Wochen gegen Rassismus“, erklärte Stiftungsvorstand Jürgen Micksch.
Die Aktionswochen stehen unter dem Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. Geplant sind unter anderem Lesungen, Konzerte, Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen. „Wir freuen uns über das seit Jahren zunehmende Engagement in ganz Deutschland“, sagte Micksch weiter. Menschen aus allen Lebensbereichen setzten Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: „Das ist dringend erforderlich, denn das sind die Wurzeln des zunehmenden Rechtsextremismus.“
Menschenwürde durch Rassismus verletzt
Der Botschafter der diesjährigen Antirassismus‑Wochen, der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent, sagte, die Menschenwürde stehe überall dort auf dem Spiel, wo Abwertung, Ausgrenzung und Ungleichbehandlung stattfinden. „Die Forschung zeigt, wie Rassismus Routinen prägt, Institutionen durchzieht, öffentliche Debatten strukturiert und in historischen Kontinuitäten fortlebt.“
Isabel Schmidt von der Stiftung berichtete, dass sich in einigen Kommunen der Druck auf antirassistisches Engagement erhöht habe. Fördergelder seien in der Vergangenheit gestrichen oder verzögert ausgezahlt worden. Zudem werde die Arbeit vereinzelt auch von extremistischen Gruppen gestört. Einzelne Gemeinden oder Städte nannte sie nicht.
Massaker von Sharpeville
Die Veranstaltungsreihe findet jedes Jahr rund um den 21. März statt, den 1966 ausgerufenen UN‑Tag gegen Rassismus. Hintergrund ist das Massaker von Sharpeville am 21. März 1960. Damals demonstrierten in dem südafrikanischen Township tausende Menschen friedlich gegen das Apartheidsystem. 69 Menschen wurden von der Polizei erschossen.
Weltweit soll der Tag das Engagement für Menschenwürde und gegen Rassismus stärken. Koordiniert werden die Aktionen in Deutschland von der Stiftung gegen Rassismus mit Sitz in Darmstadt.
