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Im Team: Lukas Haupt (rechts) serviert im Café Salamanca einer Besucherin Kuchen, begleitet wird er von Niko Rizidis und seiner Teilhabeassistenz Olivia Schöne

Im Team: Lukas Haupt (rechts) serviert im Café Salamanca einer Besucherin Kuchen, begleitet wird er von Niko Rizidis und seiner Teilhabeassistenz Olivia Schöne

Cölbe / Olaf Dellit, blick in die kirche
Veröffentlicht 02 Apr 2026

Drei Personen stehen am Tisch, wenn man nur einen Kaffee bestellt – keine ungewöhnliche Situation im Café Salamanca in Cölbe. Denn im Café, das zum Elisabethverein (Geschäftsbereich Oikos) gehört, arbeiten Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen.

Niko Rizidis, pädagogische Fachkraft, erklärt, wie das mit den drei Servicekräften zustande kommt. Es kann sein, dass eine neue Servicekraft die Bestellung aufnehmen soll und der Pädagoge sie dabei begleitet. Da Rizidis selbst blind ist, hat er seinerseits eine sehende Assistenz dabei.

14 Festangestellte vom ersten Arbeitsmarkt und 20 Klienten arbeiten in Service und Küche, erläutert der pädagogische Leiter Paco Leuschner. Das Spektrum der Beschäftigten sei groß. Für manche sei es schon eine Leistung, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu erscheinen, weil sie Schwierigkeiten haben, ihren Tag selbst zu strukturieren. Andere haben mit ganz anderen Einschränkungen zu tun.

Es ist dann Aufgabe der Pädagogen, sie an der richtigen Stelle einzusetzen. Wer kann was? Wer arbeitet mit wem gut zusammen? Wie geht es ihm oder ihr? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Pädagoge Rizidis, wenn er den Dienstplan aufstellt. Er selbst hat sich hocharbeiten müssen, da ihm wegen seiner Blindheit oft wenig zugetraut wurde. «Man darf sich nicht einreden lassen, man könnte etwas nicht», sagt er. Nach seinem Studium in Marburg schrieb er 120 Bewerbungen und wurde erst in Cölbe genommen. «Ich wurde hier», sagt er, «behandelt wie ein Mensch.»

Den besonderen Betrieb gibt es seit fünf Jahren. Wichtig ist der Leitung, dass er im Angebot mit regulären Cafés mithalten kann. Finanziert wird es durch Geld von den Kostenträgern (zum Beispiel Jobcenter) und durch die Einnahmen des Cafés selbst. In Cölbe hat sich das Salamanca etabliert. «Mittags ist es rappelvoll», sagt Isabel Manthe-Becker, die Teil der wirtschaftlichen Leitung ist. Die Zahlen müssen also stimmen, aber entscheidend sind die Mitarbeitenden. «Wir erleben oft, wie Menschen hier aufblühen», sagt Pädagoge Rizidis.

Einer, der die Arbeit besonders liebt, ist Lukas Haupt. Bestellungen aufnehmen, beraten, servieren, spülen, Gemüse schneiden und «immer höflich sein», beschreibt der 26-Jährige seine Aufgaben. Er hat spezielle abwaschbare Speisekarten, auf denen er bei Bestellungen Striche macht. Und ein ausgeklügeltes System im Kühlschrank hilft ihm, rechtzeitig Flaschen aus dem Lager nachzulegen: Die Kronkorken von leeren Flaschen werden an Magnetleisten geheftet, so sieht Lukas, was fehlt.

Natürlich könne es im Café auch mal anstrengend sein, räumt Paco Leuschner ein. Aber als Besucher merkt man schnell, dass an diesem Ort eine besondere Atmosphäre herrscht. Wichtig ist auch Humor: Da war ein Gast, der einen Tisch reservieren wollte. Rizidis sagte ihm, dass die Mitarbeiterin gehörlos sei. Der Gast zeigte Rizidis mit dem Finger, welchen Tisch er wünschte, doch der ist ja blind. Natürlich konnte der Tisch schließlich noch reserviert werden. Das Lachen half über die Missverständnisse hinweg. 

Titelbild der Ausgabe "Nur gute Nachrichten" des blick in die kirche-Magazins (04/2026)
«Nur gute Nachrichten» als E-Paper

In einer Zeit von schlechten Botschaften präsentiert das „blick in die kirche-Magazin“ eine Ausgabe ausschließlich mit guten Nachrichten. Wir haben mit der Journalistin Gundula Gause („heute journal“) über den Umgang mit Katastrophenmeldungen, über gute Nachrichten, die sie vermelden durfte, über den Glauben und ihr Privatleben gesprochen.

Außerdem waren wir zu Besuch im inklusiven Café Salamanca in Cölbe, bei einem Pfarrer mit Mini-Schweinen, bei einem Mann, der das scheinbar letzte Abendmahl um Jahre überlebt hat und in Kaufungen, wo Seniorinnen uns an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen. Wir schauen in den Leuchtturm der Schulseelsorge in Oberurff, die Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzzentren, in eine Kirche in Hanau und eine ungewöhnliche Kapelle am Edersee. 

Dekan Norbert Mecke aus Melsungen erklärt, warum Ostern eine „himmlische gute Nachricht“ ist und Elke Hesse, die Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, erzählt von der verbindenden Kraft des Theaters. Passend dazu gibt es beim Preisrätsel einen Hotelaufenthalt und Theaterkarten für Bad Hersfeld zu gewinnen. Das alles und noch mehr im neuen „blick in die kirche magazin“, das am Karsamstag den Tageszeitungen auf dem Gebiet unserer Landeskirche beiliegt.

Das „blick in die kirche-Magazin“ ist die Publikumszeitschrift der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und liegt viermal im Jahr den Tageszeitungen auf dem Gebiet der Landeskirche kostenfrei bei. Die Druckauflage beträgt über 210.000 Exemplare, hinzu kommen E-Paper und Webseite.