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Mehr Licht: Die Fassade der Christuskirche in Hanau soll mit Fenstern durchbrochen werden. Unser Foto zeigt eine Visualisierung der zukünftigen Außenansicht.

Mehr Licht: Die Fassade der Christuskirche in Hanau soll mit Fenstern durchbrochen werden. Unser Foto zeigt eine Visualisierung der zukünftigen Außenansicht.

Hanau / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 20 Jan 2026

Die Hanauer Stadtkirchengemeinde gibt aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen und notwendiger Sanierungen die Nutzung der Christuskirche als klassisches Gemeindekirche auf. Jetzt übernimmt der Evangelische Kirchenkreis Hanau die Nutzung mit dem erklärten Ziel, das denkmalgeschützte Gebäude zu bewahren und als lebendiges soziales Zentrum neu zu beleben. Dekan Dr. Martin Lückhoff betont, man wolle zeigen, „dass Kirche bleibt – als Kraftquelle, als Unterstützerin, als offener Raum für die Menschen in unserer Stadt und dem gesamten Main‑Kinzig‑Kreis“. In der Diakoniekirche solle mitten in der Stadt die Verbindung von kirchlichem Auftrag und diakonischer Praxis sichtbar werden. 

Erscheint jetzt noch massiv: In der Planung ist vorgesehen, die Fronten der Kirche zu öffnen und im Innenraum ein autarkes Glasgebäude zu erreichten. Die Außenhülle des Gebäudes soll erhalten bleiben.

Erscheint jetzt noch massiv: In der Planung ist vorgesehen, die Fronten der Kirche zu öffnen und im Innenraum ein autarkes Glasgebäude zu errichten. Die Außenhülle des Gebäudes soll erhalten bleiben.

Umbau zu modernem Zentrum mit sozialem Schwerpunkt

Der Umbau sieht ein Büro‑ und Begegnungshaus mit rund 1.100 Quadratmetern Nutzfläche auf drei Etagen vor. Während das historische Erscheinungsbild erhalten bleibt, sollen moderne Räume für vielfältige soziale Angebote entstehen. Hauptnutzer wird das Diakonische Werk Hanau‑Main‑Kinzig, das mit rund 45 Mitarbeitenden Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen leistet – darunter Suchtkranke, überschuldete Personen, Migrantinnen und Migranten und psychisch belastete Menschen.

Pfarrerin Ute Engel, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes, erklärt im Hinblick auf die künftige Ausrichtung: „Die Diakoniekirche soll ein Ort werden, an dem Menschen Halt finden – ganz gleich, woher sie kommen, woran sie glauben oder was sie mitbringen“. Der Umzug aus dem Technologiepark Wolfgang in die Innenstadt mache die Arbeit „sichtbarer, nahbarer – und gleichzeitig stärker vernetzt mit dem städtischen Leben und anderen sozialen Akteuren“. Hilfsangebote gehörten „dorthin, wo das Leben spielt – mitten in die Stadt, mitten unter die Menschen“.

Ein zentraler Bestandteil des Konzepts wird ein Back‑Café im Erdgeschoss, das als offener Treffpunkt zum Verweilen einlädt und die Willkommenskultur des Hauses unterstreichen soll. 

Projektvorstellung in Hanau (v.l.): Samuel Mergenthal (Diakonie), Dekan Dr. Martin Lückhoff, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, Architekt Tobias G. Väth, Pfarrerin Ute Engel, Projektbegleiter Daniel Mugler (Kirchenkreis) und Pfarrerin Kerstin Schröder

Projektvorstellung in Hanau (v.l.): Samuel Mergenthal (Geschäftsleitung Diakonisches Werk Hanau-Main-Kinzig), Dekan Dr. Martin Lückhoff, Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri, Architekt Tobias G. Väth, Pfarrerin Ute Engel, Projektbegleiter Daniel Mugler (Kirchenkreis) und Pfarrerin Kerstin Schröder

Rückhalt der Stadt Hanau

Auch die Stadt Hanau unterstützt das Vorhaben ausdrücklich. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri bezeichnet die Diakoniekirche als „Leuchtturmprojekt im Rahmen der Umgestaltung des Viertels rund um den Hauptbahnhof“. Die Zusammenarbeit von Kirche, Diakonie und Stadtgesellschaft stärke das Quartier sozial und eröffne neue Perspektiven für die Menschen. Zudem passe das Vorhaben zum geplanten „Neubau des Hauses rund um das Erwerbsleben“ gegenüber dem Hauptbahnhof, in dem künftig verschiedene Angebote von Arbeitsagentur bis Volkshochschule gebündelt werden sollen.

Dekan Lückhoff sieht in dem Projekt ein Modell mit Strahlkraft: Es gebe Antworten auf drängende Fragen danach, wie Kirche relevant, sichtbar und handlungsorientiert bleiben könne. Die Diakoniekirche wolle darauf „eine Antwort geben – ganz im Sinne des gemeinsamen Reformprozesses und als Ausdruck einer Kirche, die bleibt, begegnet, berät und begleitet“. 

Architektur und Zeitplan

Die architektonische Umsetzung übernimmt das Büro Tobias G. Väth, das den Erhalt der historischen Substanz mit modernen Anforderungen verbindet. Der Umbau soll bis 2028 abgeschlossen sein.

www.diakoniekirche.de

Wie die Christuskirche in Bahnhofsnähe zu einem sozialen Zentrum mit Beratungs‑, Begegnungs‑ und Unterstützungsangeboten umgestaltet wird, stellt der Evangelische Kirchenkreis Hanau auf seiner Projektseite vor. Dort finden sich alle Hintergründe, Ziele und weitere Einblicke.