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Andrij Waskowycz in seinem Büro in Kiew und Christoph Baumanns in seinem Wohnzimmer in Kassel. Der Podcast ist am 6. Mai ab 8 Uhr abrufbar.
Kassel/Kiew, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 05 Mai 2026

Der Podcast wurde per Videokonferenz aufgezeichnet: Andrij Waskowycz in seinem Büro in Kiew, Christoph Baumanns, EKKW-Beauftragter für Kommunikation in kirchlichen Transformationsprozessen, in seinem Wohnzimmer in Kassel. Zu Beginn weist Waskowycz darauf hin, dass es während der Aufnahme per Handy Bombenalarm geben könne.

Portraitfoto von Andrij Waskowycz

Andrij Waskowycz in seinem Büro in Kiew

Um eine Geschichte zu erzählen, braucht es Zuhörende

Andrij Waskowycz berichtet vom Alltag der Menschen in der Ukraine aus seiner Arbeit für die Diakonie Katastrophenhilfe. Elf Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, drei Millionen sind Binnenflüchtlinge – das wäre so, als würden alle Einwohnerinnen und Einwohner von Hamburg und Köln innerhalb Deutschlands fliehen.

Mit Blick auf „Veränderungsprozesse“ sagt Waskowycz: „Man sollte sich nicht daran gewöhnen müssen, dass man unter Beschuss ist, dass Kinder und Familien im Luftschutzkeller stundenlang verbringen müssen, weil sie in Lebensgefahr wären, wenn sie sich in ihren Wohnungen aufhalten würden.“

Zugleich betont er: „Was ich ganz wichtig finde, ist, dass man immer wieder von der Resilienz der Menschen in der Ukraine spricht, dass sie so standhaft sind.“ Er erzählt vom Umgang mit Verlusten, vom Leben in fremden Wohnungen ohne Perspektiven und von der Würde der Menschen, die massiven Veränderungsprozessen in lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind.

ZUR PERSON: Andrij Waskowycz

Andrij Waskowycz ist Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kiew und verantwortet Programme der Nothilfe in der Ukraine sowie der langfristigen Unterstützung für vom Krieg und anderen Krisen betroffene Menschen.

Zuvor leitete er über 20 Jahre Caritas Ukraine und bekleidete führende Funktionen in internationalen Netzwerken wie Caritas Internationalis und Caritas Europa. Nach Beginn der großangelegten russischen Invasion 2022 leitete er die humanitären Initiativen des Ukrainischen Weltkongresses und koordinierte zeitweilig als Convener des ACT Alliance Ukraine Forums die Zusammenarbeit internationaler Nichtregierungsorganisationen.

Geboren in München als Sohn ukrainischer Eltern, kam er 1991 in die Ukraine und lebt heute in Kiew. Er spricht Ukrainisch und Deutsch als Muttersprachen sowie fließend Englisch und Italienisch.

Eine Entdeckungsreise durch den Wandel

Mit der Podcastreihe lädt die Stabsstelle Reformprozess dazu ein, kirchliche Veränderungsprozesse besser zu verstehen. Christoph Baumanns ist Beauftragter für Kommunikation in kirchlichen Transformationsprozessen und spricht mit Gästen, die Wandel aus beruflicher oder persönlicher Erfahrung kennen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Bedingungen, Chancen und Belastungen von Veränderung in der Kirche. Die Gespräche sind offen angelegt und wollen keine fertigen Antworten geben, sondern unterschiedliche Perspektiven und Suchbewegungen sichtbar machen.

Portraitfoto von Christoph Baumanns
«Es geht nicht darum, fertige Antworten zu präsentieren, sondern Suchbewegungen sichtbar zu machen.»
Christoph Baumanns, Beauftragter für Kommunikation in kirchlichen Transformationsprozessen

Anders Kirche werden

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck will trotz knapper werdender Ressourcen eine Kirche mit starker Ausstrahlung sein. Dafür verändern Haupt- und Ehrenamtliche ihre Arbeit und Zusammenarbeit, die Nutzung unserer Gebäude, die Grundordnung, den Finanzhaushalt, die Verwaltung: