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Gedenken an Walter Lübcke vor der Kasseler Martinskirche.

Regelmäßig gedenken Schülerinnen und Schüler der Walter-Lübcke-Schule aus Wolfhagen gemeinsam mit der Initiative «Offen für Vielfalt» sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kirche, Politik und Gesellschaft des ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke. Unser Foto entstand vor der Kasseler Martinskirche.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 29 Mai 2026

Seit 2020 erklingt die größte Glocke im Martinskirchturm jedes Jahr am Tag der Ermordung von Dr. Walter Lübcke. Damit wird an den ehemaligen Regierungspräsidenten sowie an alle Opfer politischen Terrors in Deutschland erinnert und zu Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und innerem Frieden aufgerufen.

Foto der Osanna-Glocke
Geläut der Osanna-Glocke

Die Osanna-Glocke ist die größte Glocke im Glockenstuhl der Kasseler Martinskirche. Ihr Name verweist auf den liturgischen Ruf «Osanna», der traditionell für Hoffnung, Erlösung und Frieden steht. Geläutet wird sie nur zu ausgewählten Anlässen, was ihr eine besondere symbolische Kraft verleiht. Mit ihrem Klang ruft sie zu Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, Demokratie und innerem Frieden auf. Sie gilt als akustisches Mahnmal gegen politischen Hass und Terror.

Gedenkveranstaltung in der Martinskirche

Im Anschluss an das Geläut folgt eine Gedenkveranstaltung in der Martinskirche, zu der Offen für Vielfalt e.V., die Evangelische Kirche in Kassel und das Katholische Dekanat Kassel-Hofgeismar gemeinsam einladen. Das Gedenken hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Termin am 2. Juni entwickelt. Zum fünften Jahrestag nahmen unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie mehr als 1.000 Gäste teil.

Die Ansprache hält in diesem Jahr Dorothea Marx, Landtagsabgeordnete aus Thüringen, ehemalige Vize-Präsidentin des Thüringer Landtags und frühere Vorsitzende von NSU-Untersuchungsausschüssen. Marx will über mutiges Handeln sprechen und zu einem entschlossenen Engagement für Demokratie und Vielfalt aufrufen, teilt der Evangelische Stadtkirchenkreis Kassel mit.

Gebet und Mitmachaktion

Nach der Gedenkrede ist das „Versöhnungsgebet von Coventry“ vorgesehen. Zudem können Besucherinnen und Besucher an der Aktion „Love Letters statt Hate Speech“ teilnehmen. Dabei werden persönliche Dankesbriefe an ehrenamtlich Engagierte geschrieben – als sichtbares Zeichen der Anerkennung und des Zusammenhalts.

Der Mord am 2. Juni 2019
Portraitfoto von Walter Lübcke

Walter Lübcke war am 2. Juni 2019 von dem Rechtsextremisten Stephan Ernst erschossen worden. Der Täter wurde 2021 wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das Verbrechen gilt als ein Einschnitt im politischen Klima in Deutschland und steht bis heute für die Gefährdung demokratischen Engagements durch rechtsextreme Gewalt.