In der Ukraine werden nach den Worten der Ärztin derzeit vor allem Generatoren und Batterieladestationen gebraucht. Nachdem Russland im Winter insbesondere die Strom- und Wärmeversorgung des Landes bombardiere, seien auch Taschenlampen mit aufladbaren Batterien und Powerbanks nötig. Während am 24. Februar der Krieg Russlands gegen die Ukraine ins fünfte Jahr geht, seien die Geldspenden für Hilfslieferungen inzwischen deutlich gesunken, berichtet Scheufler. Doch die 1996 in Hanau gegründete Initiative bekomme fortwährend medizinische Güter aus ganz Deutschland gespendet.
Spende einer ganzen Praxis und jüngste Transporte
Gerade im Januar habe die Initiative eine orthopädische Praxis in Kulmbach geschenkt bekommen, so die Ärztin. Zwölf Freiwillige aus Hanau hätten gemeinsam mit Helfern eines Kulmbacher Fußballklubs und einer Spedition die Praxis an einem Tag ausgebaut und in drei Lastwagen verladen. Vor einigen Tagen sei ein Acht-Tonnen-Laster mit Hilfsgütern der Initiative in der nordöstlichen Metropole Charkiw angekommen. Der nächste Transport werde Generatoren nach Charkiw bringen.
Langjährige Erfahrung der Medizinhilfe
Die Medizinhilfe Karpato-Ukraine unter dem Dach der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau hat nach Scheuflers Angaben schon lange Erfahrung: Seit 2005 habe sie 62 Transporte mit medizinischen Gütern in die Ukraine geschickt. Nach dem Angriff Russlands habe das Team aus acht Leitungsmitgliedern und rund 40 Helfern die Schlagzahl erhöht: Seit Februar 2022 hat die Medizinhilfe 34 Sattelschlepper mit 410 Tonnen medizinischen Materials und elektrischen Haushaltsgeräten in das angegriffene Land geliefert.
Ukrainer hält „Mut der Verzweiflung“ aufrecht
Die Menschen in der Ukraine hätten im vergangenen Jahr einen erschöpfteren und ärmeren Eindruck gemacht, sagt Scheufler. „Seit vier Jahren können die Menschen keine Nacht ruhig schlafen, und immer die Sorge um Angehörige“, berichtet sie. Aufgrund zerstörter Energieversorgung würden Wasserleitungen in den Häusern einfrieren, platzen und die kalten Wohnungen überschwemmen. „Es ist die Kraft und der Mut der Verzweiflung, der die Menschen aufrecht hält“, sagt Scheufler. Die Medizinhilfe Karpato-Ukraine macht weiter: „Der christliche Glaube motiviert uns zum Helfen“, so die Ärztin. „Unsere Hilfe macht vor Ort einen Unterschied.“
www.medizinhilfe.com

Seit 2015 ist die Medizinhilfe Karpato-Ukraine organisatorisch in die Evangelische Stadtkirchengemeinde Hanau eingebunden, die über ihr Kirchenkreisamt eine verlässliche Verwaltung der Spenden sowie eine transparente Buchführung sicherstellt. Die kirchliche Trägerschaft ermöglicht der Initiative, ihre humanitäre Unterstützung für Kliniken in Mukachevo und der umliegenden Region wirkungsvoll fortzuführen. Ärztinnen und Ärzte des „Christian Medical Center“ sowie die Ungarisch‑Reformierte Gemeinde vor Ort erhalten so gezielte Hilfe für ihre Arbeit mit Menschen in Not, erläutert Pfarrer Dr. Werner Kahl von der Stadtkirchengemeinde auf der Internetseite der Initiative www.medizinhilfe.com.






