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Übergabe des Zertifikats im Oktober 2025 (v.l.): Dr. Klaus Wild (Geschäftsführer des KSE), Schulleiterin Dr. Anke Holl und Schulleiter Martin Michel (beide Melanchthon-Schule)

Übergabe des Zertifikats im Oktober 2025 (v.l.): Dr. Klaus Wild (Geschäftsführer des KSE), Schulleiterin Dr. Anke Holl und Schulleiter Martin Michel (beide Melanchthon-Schule)

Steinatal / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 02 Jan 2026

„Wir sind sehr stolz auf unsere Ergebnisse, besonders darauf, dass wir die Ergebnisse nicht nur halten, sondern ausbauen konnten. Das ist Bestätigung und Ansporn zugleich“, sagte Schulleiterin der Melanchthon-Schule, Dr. Anke Holl. „Als Landeskirche freuen wir uns sehr über die großartige Resonanz, die unsere Bildungsarbeit an der Melanchthon-Schule bei Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften gefunden hat. In gewisser Weise fahren wir jetzt die Ernte des mehrjährigen Schulentwicklungsprozesses ein. Die Landessynode hatte uns 2015 darauf verpflichtet, das evangelische Profil unserer Schulen deutlich herauszuarbeiten. Ganz offenbar ist uns das gelungen“, ergänzt Dr. Michael Dorhs, Leiter des Referates für Schule und Unterricht der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). Das neue Schulprogramm aus dem Jahr 2020 zeige exemplarisch, wie man mit einem evangelischen Bildungsverständnis im gymnasialen Bereich „gute Schule“ machen könne, so Dorhs.

Wissenschaftlich begleitete Qualitätsentwicklung

Die Auszeichnung beruht auf einer gründlichen, unabhängigen Überprüfung nach dem Konzept der „Wahrnehmungs- und wertorientierten Schulentwicklung“ (WWSE). Dieses Verfahren wird an mehr als 650 Schulen im deutschsprachigen Raum angewendet und gilt als wissenschaftlich fundiert und praxisnah. Mit dem Konzept soll die Qualität von Schulen nicht nur überprüft, sondern auch gezielt weiterentwickelt werden.

Im September 2025 wurden an der Melanchthon-Schule Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler befragt. Sie sollten einschätzen, wie sie eine ideale Schule sehen – und wie sie die Realität an ihrer eigenen Schule erleben. Die Ergebnisse zeigen: Die Erwartungen an eine gute Schule sind hoch, doch die Melanchthon-Schule kommt diesen Idealen in vielen Bereichen sehr nahe. Die Abstände zwischen Wunsch und Wirklichkeit sind gering – ein Zeichen für die hohe Qualität der schulischen Arbeit.

Gemeinsame Schulentwicklung

Ein besonderes Merkmal des Verfahrens ist, dass alle Gruppen der Schulgemeinschaft beteiligt werden. Nach der Befragung wurden die Ergebnisse in moderierten Sitzungen gemeinsam ausgewertet. Lehrkräfte, Eltern und Schülervertretungen legten zusammen fest, welche Themen für die weitere Entwicklung der Schule besonders wichtig sind. Diese Schwerpunkte werden in den kommenden Jahren gezielt bearbeitet – sowohl innerhalb der einzelnen Gruppen als auch gemeinsam.

Zertifikat als Anerkennung und Ansporn

Das KSE-Zertifikat ist eine besondere Anerkennung für die Melanchthon-Schule. Es bestätigt, dass die Schule nicht nur hohe Standards erfüllt, sondern diese auch regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Bereits 2022 hatte die Schule das Zertifikat erhalten – nun wurde das hohe Niveau erneut bestätigt und in einzelnen Bereichen sogar gesteigert.

Dr. Klaus Wild, Geschäftsführer des KSE, hebt in seiner zusammenfassenden Einschätzung für das Gymnasium hervor, dass die „festgestellten niedrigen Distanzen zwischen den Realitätseinschätzungen und den Einschätzungen der Ideale zeigen, dass das sehr hohe Qualitätsniveau, das im Rahmen des ersten Einsatzes von WWSE im Juli 2022 festgestellt wurde, gehalten und in einzelnen Bereichen sogar gesteigert werden konnte.“ Für Schulleitung und Lehrkräfte ergebe sich der Auftrag, dieses hohe Niveau der Schule durch weitere innere Schulentwicklungsmaßnahmen zu sichern, so Wild.

Die Melanchthon-Schule kennenlernen

Für Eltern, die auf der Suche nach einer Schule mit hoher Qualität und einem klaren Wertefundament sind, bietet die Melanchthon-Schule Steinatal eine attraktive Option. Die regelmäßige externe Evaluation und die aktive Beteiligung der gesamten Schulgemeinschaft an der Schulentwicklung sorgen für Transparenz und Verlässlichkeit.

Am Samstag, den 17. Januar 2026, lädt die Melanchthon-Schule Steinatal interessierte Familien zu einem Tag der offenen Tür ein. Eltern der jetzigen Schülerinnen und Schüler der vierten Grundschulklassen können die Schule im Rahmen von Gruppenführungen um 10 Uhr oder 11.30 Uhr näher kennenlernen. Die Führungen dauern jeweils etwa 90 Minuten. Für Kinder wird parallel ein eigenes Programm angeboten. Eine Anmeldung für die gewünschte Führung ist über das Sekretariat der Schule unter der Telefonnummer 06691/806580 erforderlich.

Gymnasium mit evangelischem Profil

Die Melanchthon-Schule Steinatal im Kirchenkreis Schwalm-Eder ist ein staatlich anerkanntes evangelisches Gymnasium mit einer besonderen Lernkultur: Sie orientiert sich am christlichen Menschenbild und legt Wert auf eine werteorientierte Erziehung. Die Schule steht allen Kindern und Jugendlichen offen – unabhängig von ihrer Konfession. Neben der fachlichen Leistung ist auch die Förderung der aktuell 675 Schülerinnen und Schüler wichtig.

Die Schule versteht sich als einen Ort, an dem christlicher Glaube und evangelische Kirche erfahr- und erlebbar werden können. Daher gehören vielfältige spirituelle Angebote und Formen ganz selbstverständlich zur Schulkultur und wirken im gesamten Schulleben weiter. Religiöse Bildung und die Förderung einer Sprachfähigkeit in Fragen des eigenen Glaubens haben einen hohen Stellenwert. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. Alle Lehrkräfte gehören zudem einer christlichen Kirche an. Für den Besuch wird ein sozial gestaffeltes Schulgeld erhoben, das auf Antrag erlassen werden kann, damit kein Kind aus finanziellen Gründen ausgeschlossen wird.

Neben der Melanchthon-Schule unterhält die EKKW zwei evangelische Grundschulen, die sich ebenfalls durch ein besonderes pädagogisches und evangelisches Profil auszeichnen. Dazu gehören die Katharina-von-Bora-Schule in Oberissigheim im Kirchenkreis Hanau und die Martin-Luther-Schule in Schmalkalden im gleichnamigen Kirchenkreis. Koordiniert werden die Aktivitäten im Schulreferat im Landeskirchenamt in Kassel.