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Hannover/Kassel, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 16 Mär 2026

Mit rund 105.000 Christinnen und Christen wurden im Jahr 2025 EKD-weit vergleichbar viele Menschen getauft wie im Vorjahr. Taufen finden dabei nicht nur im Kindesalter statt: Etwa jede zehnte evangelische Taufe betrifft Menschen über 14 Jahre. Darüber hinaus gab es 2025 rund 16.000 Aufnahmen in die evangelische Kirche. Demgegenüber standen rund 330.000 Sterbefälle. Die Zahl der Kirchenaustritte lag mit rund 350.000 auf dem Niveau des Vorjahres (2024: 351.664).

Entwicklung in der EKKW

Diese Trends spiegeln sich auch in den statistischen Zahlen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) wider. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 gehörten ihr genau 666.489 Mitglieder an. Im Vorjahr waren es noch 687.526 Gemeindeglieder. Das entspricht einem Minus von 3,1 Prozent (2024: 3,2 Prozent).  

Aus der vorläufigen Statistik für das Jahr 2025 zeichnet sich ab, dass die Zahl der Austritte mit 11.965 im Vergleich zu 2024, als 11.038 Menschen austraten, leicht zugenommen hat. Zudem sind weniger neue Kirchenmitglieder hinzugekommen, wie an der Anzahl der Taufen anschaulich wird: 2025 lag sie mit 3.876 unter dem Niveau von 2024, als 4.170 Menschen getauft wurden. Gründe dafür sind die niedrige Geburtenrate, aber auch die Auswirkung von Kirchenaustritten auf nachfolgende Generationen: Wer ausgetreten ist, lässt auch seine Kinder nicht mehr taufen. Einen leichten Anstieg gab es 2025 bei der Zahl der (Wieder-) Aufnahmen mit 599 (2024: 550). Neben Austritten, Um- und Wegzügen sind es vor allem Sterbefälle, die die Mitgliederstatistik der EKKW spürbar beeinflussen: 12.545 waren es 2025 (2024: 13.240). 

Hinweis: Bei den Zahlen der Aus- und Eintritte sowie der Taufen handelt es sich um vorläufige, zum 31. Dezember 2025 erhobene Zahlen, die hier mit den finalen Zahlen für 2024 verglichen wurden. Da die Kirchenbücher in der EKKW erst Ende Februar 2026 geschlossen und Nachtragungen aus den Gemeinden noch nicht abschließend ausgewertet wurden, können sich diese so genannten Schlüsseldaten für 2025 noch verändern.

Das Portraitfoto zeigt Bischöfin Dr. Beate Hofmann
«Wir müssen immer wieder deutlich machen, wofür Kirche steht und was sie tut.»
Bischöfin Dr. Beate Hofmann

„Wir müssen immer wieder deutlich machen, wofür Kirche steht und was sie tut“, sagt die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Dr. Beate Hofmann. Menschen an Lebensschwellen zu begleiten und ihnen Segen zuzusprechen, sei eine Stärke der Kirche, führt sie vor Augen. Mit ihrem Engagement in Seelsorge, Diakonie und Lebensbegleitung biete sie Orte der Kraft und des Trostes für Menschen in Not und in Krisen und somit ein wichtiges Netz der Solidarität und Gemeinschaft. Eben das ermögliche die Kirchensteuer, so die Bischöfin. „Wer will, dass die Kirche im Dorf bleibt, muss seinen Beitrag leisten.“ 

www.kirchensteuer-wirkt.de

Die evangelische Kirche engagiert sich in Seelsorge, Diakonie, Jugendarbeit, Bildung, Entwicklungsarbeit, Kultur und Umweltschutz. Dieses breite Wirken ist nur durch eine verlässliche Finanzierung möglich: die Kirchensteuer. Sie schafft die Grundlage dafür, dass Kirche Menschen in allen Lebenslagen begleiten kann – ohne ständig um Mittel ringen zu müssen. So wird Kirche vor Ort und weltweit erlebbar und kann ihren Auftrag erfüllen: Glaube, Hoffnung und Liebe in der Gesellschaft sichtbar zu machen.

Kirchenengagement für die Gesellschaft

Kirchen bieten Raum für Gottesdienst, Seelsorge und Begegnung und begleiten Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens. Zugleich engagieren sich Kirche und Diakonie bundesweit für Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen: Sie betreiben Kindertagesstätten und Schulen, unterhalten Beratungsstellen, begleiten Kranke und Pflegebedürftige und unterstützen Menschen in sozialen Notlagen. So ist etwa die Zahl der evangelischen Kita-Plätze laut EKD-Angaben mit 465.747 im vergangenen Jahr bundesweit leicht gestiegen (Vorjahr 463.697). Mit ihrer Kirchenmitgliedschaft tragen evangelische Christinnen und Christen dazu bei, dass diese Angebote bestehen können.

Glaubenskurse gewinnen an Bedeutung

Da weniger junge Menschen über ihr Elternhaus Kontakt zu Religion und Kirche erhalten, kommt neben Religionsunterricht und Konfi-Arbeit auch Glaubenskursen eine wachsende Bedeutung zu. Die digitalen und analogen Angebote richten sich sowohl an Getaufte als auch an Menschen ohne kirchliche Bindung und bieten Orientierung in Fragen zu Gott, Glauben und Religion. Glaubenskurse haben besonders in Ostdeutschland eine lange Tradition und finden inzwischen auch in anderen Regionen Deutschlands zunehmend Interesse.