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Hannover/Berlin, Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 25 Mär 2026

Auf Initiative der Leitenden Geistlichen der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) appellieren die Kirchen an die internationale Gemeinschaft, zur Deeskalation zurückzukehren und politische Verhandlungen aufzunehmen. Nur auf diesem Weg lasse sich ein regionaler Flächenbrand verhindern, der sich zunehmend zu einer globalen Krise ausweite. Ziel aller politischen Bemühungen müsse ein gerechter und nachhaltiger Frieden sein, der Sicherheit, Würde und Lebensperspektiven für alle Menschen in der Region gewährleiste, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Flucht, Hunger und verschärfte Notlagen in der Region

Die humanitäre Lage sei in vielen Ländern dramatisch. Innerhalb des Irans sind Menschen dem Regime und dem Krieg hilflos ausgeliefert, zahlreiche befinden sich auf der Flucht, heißt es weiter. Die Bekämpfung der Hisbollah im Libanon habe neue Fluchtbewegungen ausgelöst und die ohnehin angespannte Situation weiter verschärft. Geflüchtete aus Syrien kehrten wegen der Kämpfe zurück, obwohl die Lage dort weiterhin fragil sei. Auch die Gewalt im Westjordanland gerate angesichts des Krieges in der Golfregion zunehmend aus dem Blick.

Portraitfoto von Kirsten Fehrs
«Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft und die politisch Verantwortlichen: Schützt die Menschen und kehrt zurück zu Gespräch und Verhandlung.»
Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der EKD

Besonders kritisch wird die Situation im Gazastreifen gesehen. Die Grenzübergänge blieben weitgehend geschlossen, sodass kaum Hilfslieferungen die stark zerstörte Region erreichten. In der Folge nehme Hunger zu. Auch in Israel, im Irak und in den Golfstaaten leiden Menschen unter Raketenbeschuss, Zerstörung und Tod.

Die Ratsvorsitzende der EKD, Bischöfin Kirsten Fehrs, betont: „Als Kirche rufen wir zur Deeskalation und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft und die politisch Verantwortlichen: Schützt die Menschen und kehrt zurück zu Gespräch und Verhandlung. Wohin sollen Krieg und Zerstörung denn noch führen?“ Zugleich unterstreicht sie die Verbundenheit der Kirchen mit den christlichen Partnerkirchen in der Region und betont das Existenzrecht und die Sicherheit Israels.

Themenseite der EKD

Die Gewalt im Nahen Osten hält an, die humanitäre Not wächst. Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft zu Deeskalation, Schutz der Zivilbevölkerung und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Hintergründe, kirchliche Stellungnahmen und aktuelle Meldungen finden sich gebündelt auf der Themenseite der EKD.

Folgen reichen weit über die Region hinaus

Auch Brot für die Welt und die Diakonie Katastrophenhilfe warnen vor weltweiten Folgen des Krieges. Dagmar Pruin, Präsidentin beider Werke, erklärt: „Dieser Krieg droht zu einer weltweiten Krise zu werden, unter der die Ärmsten am meisten leiden.“ Steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise verschärften eine globale Ernährungskrise, die vor allem Menschen im Globalen Süden treffe.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden, um die humanitäre Nothilfe im Nahen Osten fortsetzen zu können.

Gebet für den Nahen und Mittleren Osten

Gott, Quelle allen Lebens.  

Voller Sorge sehen wir, wie sich die Spirale der Gewalt in den letzten Tagen weitergedreht hat. Wir denken an die Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die unter Bomben, Zerstörung und Ungewissheit leiden.

Wir wenden uns an dich und bitten

  • dass die Menschen im Nahen und Mittleren Osten in Freiheit und selbstbestimmt leben können
  • dass das Morden ein Ende nimmt
  • dass die Region zu einem gerechten Frieden kommt
  • dass die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft sich an den Regeln des Völkerrechts orientieren und für deren Einhaltung eintreten

Segne du diejenigen, die sich für Frieden einsetzen und Brücken zwischen den Völkern bauen, so dass Deine Botschaft des Friedens Wirklichkeit werden kann.  

Amen