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Rick Schaphöler hat Mini-Schweine und sagt, man könne viel von Tieren lernen

Rick Schaphöler hat Mini-Schweine und sagt, man könne viel von Tieren lernen

Breuna / Olaf Dellit, blick in die kirche
Veröffentlicht 02 Apr 2026

Ein Schnaufen ist zuerst zu hören, ein Wollknäuel mit Steckdosennase schiebt sich aus der Holzhütte, dann ein zweites: Pelle und Fred. Die Mini-Schweine gehören seit fünf Jahren zum Haushalt von Rick Schapöhler, Pfarrer in Breuna-Oberlistingen (Kirchenkreis Hofgeismar-Wolfhagen).

Haustiere hatte er eigentlich schon immer, erzählt der 35-Jährige, angefangen mit Weinbergschnecken über Kaninchen und Hunde. Ursprünglich wollte er denn auch Tierarzt werden und arbeitete  fünf Jahre als Aushilfe in einer Praxis mit. Doch er steuerte um: «Ich bin dann doch bei der Theologie gelandet.» Studium in Frankfurt (Main) und Göttingen, Vikariat in Ahnatal-Weimar und nun die erste Pfarrstelle.

Doch die Liebe zu den Tieren blieb. Und so machte Rick Schapöhlers Schwester ihm zum 30. Geburtstag ein besonderes Geschenk: die Ferkel Pelle und Fred. Gerechnet hatte der Theologe damit nicht: «Ich wollte die eigentlich gar nicht.» Die Schwester aber dachte, das passe doch ganz gut zum Leben auf dem Dorf.

Längst sind sie dem Mann, der beinahe Tierarzt geworden wäre, ans Herz gewachsen. Die kleinen Schweine seien sehr einfühlsam: «Manchmal denkt man bei ihnen, man gucke in Menschenaugen.» Dass die Rede vom «dummen Schwein» Unsinn ist, hat auch Schapöhler festgestellt. Als Fred und Pelle einmal aus dem Gatter entkamen und durchs Dorf liefen, hätten sie eine regelrechte Strategie entwickelt, um ihn auszutricksen.

Er mag es, am frühen Morgen die beiden Schweine zu versorgen, obwohl er überhaupt kein Frühaufsteher sei. «Tiere erden einen total», sagt Schapöhler. Wenn er Stress habe, sei Gassigehen mit Dackel Käthe ein gutes Gegenmittel. «Dreckschwein» ist übrigens noch so ein dummes Vorurteil. Ganz im Gegenteil hätten die beiden eine Stelle, die sie immer als Klo benutzen und auch nur dafür.

Der Theologe sieht Menschen und Tiere als eine Gemeinschaft. Mit Blick auf den Klimawandel sagt er: «Die Tiere und wir sitzen im selben Boot.» In der biblischen Schöpfungsgeschichte seien die Tiere vor den Menschen erschaffen worden, das sei eine aussagekräftige Reihenfolge.

Man könne, sagt er nach kurzem Nachdenken, einiges von Tieren lernen: Genügsamkeit, Gelassenheit und Gemeinschaftssinn fallen ihm ein; das Vertrauen, das sie ihm schenken und die Fähigkeit, sich schnell zu versöhnen, wenn es mal schweinemäßigen Streit gibt. Und er beobachtet pure Lebensfreude, wenn sie im Frühjahr fröhlich durch die Gegend springen.

Manches möge auch eine menschliche Projektion sein, räumt er ein. Vielleicht aber auch nicht: «Ich wüsste so gerne, ob Tiere an Gott glauben und woher sie ihre Kraft nehmen.»

Titelbild der Ausgabe "Nur gute Nachrichten" des blick in die kirche-Magazins (04/2026)
«Nur gute Nachrichten» als E-Paper

In einer Zeit von schlechten Botschaften präsentiert das „blick in die kirche-Magazin“ eine Ausgabe ausschließlich mit guten Nachrichten. Wir haben mit der Journalistin Gundula Gause („heute journal“) über den Umgang mit Katastrophenmeldungen, über gute Nachrichten, die sie vermelden durfte, über den Glauben und ihr Privatleben gesprochen.

Außerdem waren wir zu Besuch im inklusiven Café Salamanca in Cölbe, bei einem Pfarrer mit Mini-Schweinen, bei einem Mann, der das scheinbar letzte Abendmahl um Jahre überlebt hat und in Kaufungen, wo Seniorinnen uns an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen. Wir schauen in den Leuchtturm der Schulseelsorge in Oberurff, die Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzzentren, in eine Kirche in Hanau und eine ungewöhnliche Kapelle am Edersee. 

Dekan Norbert Mecke aus Melsungen erklärt, warum Ostern eine „himmlische gute Nachricht“ ist und Elke Hesse, die Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, erzählt von der verbindenden Kraft des Theaters. Passend dazu gibt es beim Preisrätsel einen Hotelaufenthalt und Theaterkarten für Bad Hersfeld zu gewinnen. Das alles und noch mehr im neuen „blick in die kirche magazin“, das am Karsamstag den Tageszeitungen auf dem Gebiet unserer Landeskirche beiliegt.

Das „blick in die kirche-Magazin“ ist die Publikumszeitschrift der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und liegt viermal im Jahr den Tageszeitungen auf dem Gebiet der Landeskirche kostenfrei bei. Die Druckauflage beträgt über 210.000 Exemplare, hinzu kommen E-Paper und Webseite.