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Nach 14 Jahren im Dienst als Pröpstin: Katrin Wienhold-Hocke geht in den Ruhestand. Über die Nachfolge entscheidet der Rat der Landeskirche voraussichtlich im April.

Nach 14 Jahren im Dienst als Pröpstin: Katrin Wienhold-Hocke geht in den Ruhestand. Über die Nachfolge entscheidet der Rat der Landeskirche voraussichtlich im April.

Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 09 Mär 2026

Beraten und bewegen: Das waren zwei zentrale Aufgaben in ihrem Amt als Pröpstin für den Sprengel Kassel der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW): Am 15. März tritt Katrin Wienold-Hocke ihren Ruhestand an. Das beglückende Gefühl, einiges mitbewegt und angeschoben zu haben, wird die „Regionalbischöfin“ begleiten – wohlwissend, inmitten eines großen Veränderungsprozesses auszusteigen. Zurücklehnen wird sie sich nicht: „Als Christenmenschen sind wir weiterhin gefragt, Veränderungen mitzugestalten.“

Seelsorgerin und Bindeglied im Sprengel Kassel

Pröpstin Katrin Wienold-Hocke war Ansprechpartnerin und Seelsorgerin für Pfarrpersonen, für Mitarbeitende im Haupt- und Ehrenamt, für Kirchenvorstände und Synodale. Sie hat Verbindung gehalten zwischen der Kirchenleitung der EKKW und dem Leben in den Gemeinden ihres Sprengels. Dazu zählen die Kirchenkreise Hofgeismar-Wolfhagen, Kassel, Kaufungen und Werra-Meißner. Als Mitglied in zahlreichen Gremien – von der Landessynode bis zum hr-Rundfunkrat – hat sie Verantwortung übernommen. In dieser Aufgabenvielfalt war ihr ein Bibelvers aus dem Römerbrief ein besonderer Begleiter und Ratgeber: „Wer die Gabe hat zu trösten, nutze sie, um andere zu ermutigen. Wer mit anderen teilt, sei aufrichtig dabei. Wer eine Leitungsaufgabe übernimmt, fülle sie mit Begeisterung aus. Wer solidarisch mit anderen lebt, soll es heiter tun.“

Berufung und theologischer Weg

Ihr Wunsch, Theologie zu studieren, sei während der Konfirmandenzeit gereift, erzählt die scheidende Pröpstin. Einerseits aufgrund ihrer Leidenschaft fürs Nachdenken, andererseits habe sie der seelsorgerische Aspekt motiviert. „Dass wir von Gott angenommen und gerechtfertigt sind, war für mich ein großes Thema“, schildert die 64-Jährige rückblickend. Aufgewachsen in Wolfhagen und mit den Erfahrungen eines Austauschjahres in den USA im Gepäck begann sie ihr Theologie-Studium in Tübingen; Jerusalem und Marburg sollten als weitere Studienorte folgen. Ihr Vikariat absolvierte sie in Schlüchtern, ihre erste Stelle als Gemeindepfarrerin führte sie 1988 nach Helsa-Eschenstruth, die zweite in den Kasseler Stadtteil Kirchditmold.

Prägung durch Klinikseelsorge und Diakonie

Prägend sei die Zeit in der Klinikseelsorge in Bad Sooden-Allendorf (1994 bis 2005) gewesen, berichtet Katrin Wienold-Hocke. Neben der Seelsorge in Rehakliniken hat sie sich besonders in der Mutter-Kind-Klinik am Ort engagiert und um den Erhalt der diakonischen Einrichtung gekämpft. Seither liegt ihr die Diakonie besonders am Herzen. Nach einer weiteren beruflichen Station als Studienleiterin am damaligen Predigerseminar in Hofgeismar, wo sie in der Fort- und Ausbildung von Pfarrpersonen tätig war, kam sie 2008 als Oberin ans Kurhessische Diakonissenhaus in Kassel und leitete die Schwesternschaft und deren Altenhilfe. Den Diakonissen und ihrer Arbeit habe sie sich sehr verbunden gefühlt – doch eine neue Aufgabe lockte: 2011 wurde sie ins Propstamt berufen.

Engagement über das Amt hinaus

„Als Pröpstin war ich gern beteiligt an demokratischen Prozessen: Ich habe beraten, vermittelt, übersetzt, Gottesdienste gefeiert, Netzwerke geknüpft und Menschen für Ämter gefunden.“ Ihr eigenes gibt sie nun ab – zumindest das der Pröpstin. Pfarrerin wird sie bleiben. Und auch ehrenamtlich wird sich Katrin Wienold-Hocke weiter engagieren, in der Diakonie etwa bei FRANKA e.V., einem Verein gegen Menschenhandel, bei Licura e.V. (vormals Lichtenau e.V.), im Kloster Germerode und in der Märchenwoche ihrer Wahlheimat Bad Sooden-Allendorf, wo sie mit ihrem Mann seit einiger Zeit lebt. Zunächst aber folgt eine Bahn-Reise über Budapest nach Bulgarien. Danach freut sich die Mutter zweier erwachsener Kinder auf mehr Zeit, um Beziehungen zu pflegen und zu lesen. Was sie ihrer Kirche wünscht? „Lebendige Gemeinschaften, Menschen, die Kirche, Gemeinschaft und Glauben leben und in der ganzen Vielfalt gut miteinander unterwegs sind.“

Sprengel der EKKW

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck ist unterteilt in drei Regionen, in denen sich die Kirchenkreise und Gemeinden befinden: in den Sprengel Hanau-Hersfeld, den Sprengel Marburg und den Sprengel Kassel. Diese sind unterteilt in insgesamt 14 Kirchenkreise, denen Dekaninnen und Dekanen vorstehen. In den Kirchenkreisen liegen dann die jeweiligen Kirchengemeinden, die von den Kirchenvorständen geleitet werden. Der Sprengel Kassel reicht vom Wolfhager Land im Westen über Kaufungen, Witzenhausen und Eschwege bis in den Ringgau im Osten hinein. Von Norden erstreckt er sich von Bad Karlshafen und Hofgeismar über das Kasseler Stadtgebiet bis nach Baunatal. Zum Sprengel gehören die Kirchenkreise Hofgeismar-Wolfhagen, Kassel, Kaufungen und Werra-Meißner.