Der Mini-Leuchtturm steht auf dem Gelände der Christophorus-Schule; dort hat die Schulseelsorge ihre Heimat. Früher, erzählt die Schulpfarrerin, fand ihre Arbeit in Klassenräumen statt. Bei jedem Seelsorgegespräch fühlte es sich sehr nach Schule an, gemütlich war es meistens auch nicht. Dabei geht es oft um wichtige Themen, die Schülerinnen und Schüler existenziell beschäftigen.
Palisaar kam auf die Idee, ein «tiny house» in Form eines Leuchtturms bauen zu lassen. Übersetzt heißt das «winziges Haus», ein Konzept, das in den vergangenen Jahren in Mode gekommen ist. Die Pfarrerin, die seit zweieinhalb Jahren an der Schule arbeitet, konnte den Innovationsfonds der Landeskirche begeistern und erhielt eine Förderung für den Bau. So steht der Leuchtturm, der natürlich eine Lampe hat, gut sichtbar auf dem Schulgelände und ist in jeder ersten Pause Anlaufstelle – Tee und Kaffee stehen bereit.
Daneben gibt es immer die Möglichkeit, einen Gesprächstermin mit der Pfarrerin auszumachen. Eins ist dabei ganz wichtig: Kerstin Palisaar unterliegt dem Seelsorgegeheimnis. Das bedeutet, dass sie das, was sie im Gespräch erfährt, für sich behält (außer es wird ausdrücklich anders gewünscht).
Bis zur Nordsee sind es von Oberurff aus mindestens 300 Kilometer. Und dennoch steht da mitten in der Landschaft ein rot-weiß geringelter Leuchtturm. Er ist nicht besonders hoch und weder geeignet noch dafür gedacht, Schiffen Orientierung zu bieten. Und dennoch soll er «Licht in dunklen Zeiten» und «Halt in stürmischen Zeiten» geben, wie es Pfarrerin Kerstin Palisaar formuliert.

In dem gemütlichen Häuschen ist Platz für Bedrückendes und Schwieriges. Es geht um Schulangst, um Sorgen in der Familie, um Krankheit und Tod, um die Trennung der Eltern und um vieles andere mehr. «Man kann hier über alles reden», fasst es die 13-jährige Frieda Wollner zusammen. Der Leuchtturm sei ein geschützter Raum, ergänzt ihre Mitschülerin Melina Felske. Beide sind regelmäßig hier, denn sie gehören zur vierköpfigen Seelsorge-AG.
Sie tauschen sich in der AG darüber aus, wie man anderen helfen kann. Häufig, sagt Pfarrerin Palisaar, sind andere Schülerinnen oder Schüler die ersten, die von Problemen erfahren. In der Arbeitsgemeinschaft lernen sie die Grundlagen der Seelsorge kennen, aber auch, wo ihre Grenzen liegen.
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44 Personen sind in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in der Schulseelsorge tätig. 31 davon sind Pfarrerinnen oder Pfarrer, 13 sind Religionslehrkräfte, die ehrenamtlich Schulseelsorge leisten und dafür einen Weiterbildungskurs absolviert haben. Für sie alle gilt die Schweigepflicht im Rahmen des Seelsorgegeheimnisses. Im Zentrum der Schulseelsorge stehe der Gedanke, dass jeder und jede Einzelne als Ebenbild Gottes gesehen wird, sagt Dr. Michael Dorhs, Leiter des Referates für Schule und Bildung.
Als Seelsorge-Profi führt Kerstin Palisaar im Durchschnitt zwei solche Gespräche pro Woche. Sie freut sich, wenn der Leuchtturm als sicherer Raum empfunden wird. Gerne würde sie die Fenster noch mit Plissees ausstatten, damit es auch mal möglich ist, ganz unbeobachtet miteinander zu sprechen.
Freundschaften und Schulstress sind besonders oft Thema; das Gefühl, alles stürze auf einen ein. Manchen Mitschülerinnen und -schülern sehe man an, dass sie unter großem Druck stünden, sagt Melina. Umso besser, wenn sie dann einen Ort finden, den sie auch noch «voll schön» finden. Der Halt in dunklen Zeiten sieht aus wie ein Leuchtturm und ist gerade mal zehn Quadratmeter groß.

«Nur gute Nachrichten» als E-Paper
In einer Zeit von schlechten Botschaften präsentiert das „blick in die kirche-Magazin“ eine Ausgabe ausschließlich mit guten Nachrichten. Wir haben mit der Journalistin Gundula Gause („heute journal“) über den Umgang mit Katastrophenmeldungen, über gute Nachrichten, die sie vermelden durfte, über den Glauben und ihr Privatleben gesprochen.
Außerdem waren wir zu Besuch im inklusiven Café Salamanca in Cölbe, bei einem Pfarrer mit Mini-Schweinen, bei einem Mann, der das scheinbar letzte Abendmahl um Jahre überlebt hat und in Kaufungen, wo Seniorinnen uns an ihrer Lebenserfahrung teilhaben lassen. Wir schauen in den Leuchtturm der Schulseelsorge in Oberurff, die Versöhnungsarbeit der Nagelkreuzzentren, in eine Kirche in Hanau und eine ungewöhnliche Kapelle am Edersee.
Dekan Norbert Mecke aus Melsungen erklärt, warum Ostern eine „himmlische gute Nachricht“ ist und Elke Hesse, die Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, erzählt von der verbindenden Kraft des Theaters. Passend dazu gibt es beim Preisrätsel einen Hotelaufenthalt und Theaterkarten für Bad Hersfeld zu gewinnen. Das alles und noch mehr im neuen „blick in die kirche magazin“, das am Karsamstag den Tageszeitungen auf dem Gebiet unserer Landeskirche beiliegt.
Das „blick in die kirche-Magazin“ ist die Publikumszeitschrift der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und liegt viermal im Jahr den Tageszeitungen auf dem Gebiet der Landeskirche kostenfrei bei. Die Druckauflage beträgt über 210.000 Exemplare, hinzu kommen E-Paper und Webseite.





