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Kassel / Redaktion ekkw.de
Veröffentlicht 25 Mär 2026

Der Gebetsaufruf reagiert auf die angespannte Lage in vielen Teilen des Nahen und Mittleren Ostens. Angst vor neuen Angriffen, Trauer um getötete Angehörige und anhaltende Unsicherheit prägen den Alltag vieler Menschen. Auch christliche Gemeinschaften, die in der Region teils seit fast 2.000 Jahren leben, sind von den Folgen des anhaltenden Konflikts unmittelbar betroffen.

Online teilnehmen am Friedensgebet

Das weltweite Friedensgebet findet am 26. März von 15 bis 16 Uhr (MEZ) statt. Eine Anmeldung und die Teilnahme erfolgen auf der Video-Plattform Zoom.

Gebetsworte aus der Region selbst

Die Gebetsworte für das Friedensgebet stammen ausdrücklich von Christinnen und Christen aus der Region selbst. Der ÖRK ruft Kirchen, Gemeinden, ökumenische Partner und alle Menschen guten Willens weltweit dazu auf, sich zu beteiligen. Ziel sei es, gemeinsam „Zeugnis abzulegen von der Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung“, betont Pfarrer Andreas Goetze, Referent im Fachbereich Interreligiöser Dialog und Ansprechpartner für Christinnen und Christen im Mittleren Osten im Zentrum Oekumene von EKHN und EKKW.

Bitte um Fürbitte an die weltweite Kirche

Im Vorfeld hatte sich der ÖRK intensiv über die humanitäre, sicherheitspolitische und pastorale Lage der betroffenen Kirchen informiert. An einer Online‑Konsultation nahm auch Bischof i. R. Prof. Dr. Heinrich Bedford‑Strohm, Moderator des Zentralausschusses des ÖRK, teil. Er berichtete, dass Christinnen und Christen aus der Region den ÖRK ausdrücklich gebeten hätten, für sie zu beten. „Wir haben zugesagt, ihrem Gebetsaufruf zu folgen und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um ein Ende der Eskalation zu fordern“, sagte Bedford‑Strohm.

Existenzielle Bedrohung vieler Gemeinden

Viele Gemeinden stehen unter existenziellem Druck. In Teilen Syriens etwa fühlen sich Christinnen und Christen durch wiederkehrende Militäroperationen bedroht, zugleich ist die medizinische Versorgung stark eingeschränkt. Der Nahost‑Experte Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, warnt vor einem möglichen „schleichenden oder sogar eklatanten Christen‑Exodus“ aus der Region.

Sorge des ÖRK und Appell für Frieden

In einer Erklärung äußert der ÖRK große Sorge über die zunehmende Instabilität und das wachsende humanitäre Leid. Berichte über mögliche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht bezeichnet der Rat als alarmierend und ruft alle beteiligten Akteure dazu auf, Verantwortung für die Folgen ihres Handelns zu übernehmen. Abschließend heißt es: „Wir lehnen die brutale Logik von Krieg und Herrschaft ab. Wir bitten um Frieden.“

www.oikoumene.org

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ist eine weltweite Gemeinschaft christlicher Kirchen. Ihm gehören 356 Mitgliedskirchen aus mehr als 120 Ländern an, die zusammen über 580 Millionen Christinnen und Christen vertreten. Der ÖRK setzt sich für die sichtbare Einheit der Kirchen, für gemeinsames Zeugnis, für Frieden und Gerechtigkeit sowie für die Bewahrung der Schöpfung ein.