Anlässlich des ersten bundesweiten Ehrentags danken Fehrs und die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, den vielen ehrenamtlich Engagierten in Kirche und Gesellschaft. Ihr Einsatz trage entscheidend zum Zusammenhalt bei und sei Ausdruck gelebter Verantwortung im Alltag. „Unsere Demokratie ist darauf angewiesen, dass Menschen sich engagieren und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Ich erlebe jeden Tag, wie groß gerade bei jungen Menschen die Bereitschaft dazu ist“, sagt Heinrich.

DorfGestalten: Engagement sichtbar machen
Mit der Open-Air-Ausstellung „DorfGestalten“ wird Wolfershausen vom 23. bis 31. Mai 2026 zum Schauplatz eines besonderen Gemeinschaftsprojekts. Auf großformatigen Planen im Ort sind 49 Schwarzweiß-Porträts von Menschen zu sehen, die das Dorfleben prägen und Verantwortung übernehmen.
Die Ausstellung zeigt: Lebendige Dörfer entstehen durch Engagement, Zusammenhalt und persönliche Verantwortung. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kirchengemeinde, die von Beginn an an Planung und Umsetzung beteiligt war – unter anderem mit Pfarrerin Jana Roske-Voß und Mitgliedern des Kirchenvorstands.
Träger des Projekts ist die „Ideenschmiede Wolfershausen“, ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen. Initiator und Fotograf ist Frank Gerhold, Mitarbeiter der Fachstelle Engagementförderung der EKKW. Ergänzt werden die Porträts durch QR-Codes mit persönlichen Geschichten aus dem Dorf.
Ausstellung: 23. Mai bis 31. Mai 2026 / Eröffnung: 23. Mai, 14 Uhr
Jugendliche besonders engagiert
Nach der jüngsten Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung engagieren sich 53 Prozent der evangelischen Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren freiwillig – deutlich mehr als im Durchschnitt. Für viele ist das Ehrenamt ein früher Einstieg in gesellschaftliches Engagement. Heinrich betont, Jugendliche übernähmen Verantwortung etwa in der Konfiarbeit, bei Freizeiten oder in sozialen Projekten und sammelten dabei wichtige Erfahrungen.
Ehrentags-Aktionen von Kirchengemeinden
Rund um den Ehrentag laden Kirchengemeinden im Kirchenkreis Witzenhausen zum Mitmachen ein. In Neuseesen wird am 23. Mai ab 10 Uhr die Fassade der Dorfkirche ausgebessert. Unter dem Motto „Neu verfugt: Unsere Kirche wird hübsch“ geht es nicht nur ums Anpacken, sondern auch um neue Ideen für die Zukunft der Kirche vor Ort. Ein gemeinsames Mittagessen schließt sich an.
Eine Woche später, am 30. Mai, kommen Kirchenvorstände aus der Region Waldkappel zu einem gemeinsamen Austausch zusammen. Der Kirchenvorstandstag richtet sich an Mitglieder aus den Kooperationsräumen Bischhausen, Schemmern-Mäckelsdorf und Waldkappel und bietet Raum für Vernetzung und gemeinsame Perspektiven.
Beide Veranstaltungen machen deutlich, wie Engagement vor Ort Gemeinschaft stärkt und kirchliches Leben gestaltet.

Engagement braucht gute Rahmenbedingungen
Zugleich verweist sie auf bestehende Hürden: Noch immer hänge Engagement zu stark von Faktoren wie Zeit, Bildung oder Einkommen ab. „Wer gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss deshalb Barrieren abbauen und Beteiligung ermöglichen“, sagt Heinrich. Engagement entstehe aus Überzeugung und dem Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun.

Hessentag 2026: Ehrenamtliche gestalten mit
Beim Hessentag 2026 in Fulda wird sichtbar, wie sehr kirchliches Leben vom Engagement vieler lebt. Unter dem Motto „Im Herzen eins“ gestalten die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und das Bistum Fulda gemeinsam mit Diakonie, Caritas und zahlreichen Freiwilligen ein ökumenisches Programm.
Eine Schulung am Donnerstag, 21. Mai, um 18.30 Uhr in Fulda ( Haus der Kirche, Schulstraße 1) richtet sich an alle, die sich beim Hessentag engagieren möchten – etwa beim Empfang von Besucherinnen und Besuchern, in Gesprächen oder bei Organisation und Ablauf. Die Schulung bietet Gelegenheit, sich vorzubereiten und Teil des Teams zu werden.
Das Projekt zeigt: Kirche entsteht dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erlebbar wird. Auch kurzfristig Interessierte können sich noch einbringen.
Ehrentag am 23. Mai
Der bundesweite Ehrentag wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufen. Er bietet Gelegenheit, Kirchengemeinden und Einrichtungen der Diakonie kennenzulernen, sich über Mitmachmöglichkeiten zu informieren und Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu werden. Kirchen, Verbände, Gewerkschaften und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen sind eingeladen, diesen Tag als sichtbares Zeichen für demokratisches und solidarisches Miteinander zu gestalten, heißt es in einer Mitteilung der EKD. Der Ehrentag wird am 23. Mai begangen – an dem Tag, an dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland seinen 77. Geburtstag feiert.
engagiert-mitgestalten.de

Die Fachstelle Engagementförderung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck unterstützt Haupt- und Ehrenamtliche in der Arbeit mit Freiwilligen. Sie ist im Dezernat Bildung des Landeskirchenamtes angesiedelt und versteht sich als Netzwerk, in das Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen der Kirche und der Diakonie ihre Erfahrungen einbringen. Die Fachstelle berät, organisiert Fortbildungen und entwickelt praktische Hilfen für die Arbeit vor Ort. Sie trägt dazu bei, Standards für die Ehrenamtsarbeit zu sichern, Engagement sichtbar zu machen und den Austausch guter Ideen zu fördern.
