Solche Solidarität braucht es nicht nur im Krieg. Auch bei uns sind wir als Kirche aktiv daran, Sorgenetze zu knüpfen, gegen Einsamkeit, gegen das Gefühl, verlassen und vergessen zu sein. In Bad Karlshafen z.B. erproben wir in einem Projekt der Diakonie Hessen gerade, wie sich solche Netzwerke knüpfen lassen.
Wir schaffen Gelegenheiten, in denen Menschen mit Unterstützungsbedarf und solche, die helfen wollen, sich vernetzen und gegenseitig unterstützen können. Wir ermutigen Menschen, aus ihrer Einsamkeit herauszutreten, und wir verknüpfen verschiedene Akteure, Vereine, Diakoniestation, MVZ, Kommune. Wir arbeiten daran, Konkurrenzdenken zu überwinden und eine Haltung der Kooperation zu stärken.
All diese Beispiele zeigen: Liebe christlich verstanden ist kein romantisches Gefühl, sondern eine Haltung radikaler Menschlichkeit, getragen von Empathie, Solidarität, Fürsorge und Gemeinsinn.
Diese Haltung trägt unser Miteinander, auch unsere Demokratie. Diese Haltung leidenschaftlich zu leben, gerade jetzt, sie konkret einzuüben und andere dazu anzustiften, dafür sind wir da. Oder, um es mit den Worten von Nina Hagen aus einem Interview der letzten Woche zu sagen: „Ich bin mir sicher: Die Liebe siegt immer. Love will survive. Die Zuversicht wird immer stärker sein als Hoffnungslosigkeit und Depression. Hören wir nicht auf die Miesmacher, die dafür sorgen wollen, dass die Menschen ihre Lebensfreude verlieren."