Überblick:

„Mit Gefühl!“ – auf Härte verzichten
Die evangelische Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ lädt in diesem Jahr dazu ein, den Blick auf den Alltag neu auszurichten – weg von Härte, hin zu Mitgefühl. Unter dem Motto „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ bietet die traditionsreiche Aktion Impulse, Materialien und gemeinschaftliche Formen an, die das bewusste Innehalten sowie die persönliche und gemeinsame geistliche Übung durch die Passionszeit bis Ostern begleiten.

Klimafasten 2026: „Wie viel ist genug?“
In den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag stehen beim ökumenischen Klimafasten Klimaschutz, Gerechtigkeit und ein bewusster Lebensstil im Mittelpunkt. Die Initiative ermutigt dazu, den eigenen Alltag ressourcenschonender zu gestalten – und zugleich die Fülle des Lebens neu zu entdecken. Die Teilnehmenden begleitet die zentrale Frage: „Wie viel ist genug?“ Schritt für Schritt sollen Impulse, Ideen und Anregungen dabei helfen, das eigene Handeln zu reflektieren und neue Wege auszuprobieren.

Mit „End:lich aufhören“ besser loslassen
Mit Beginn der Fastenzeit startet in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eine digitale Reihe, die das „Aufhören“ in den Mittelpunkt stellt. Unter dem Titel „End:lich aufhören – 7 Wochen ohne Weiterso“ lädt das Evangelische Studienseminar Hofgeismar in vier Abendveranstaltungen dazu ein, sich mit der Kunst des Loslassens auseinanderzusetzen – persönlich, beruflich und kirchlich. Parallel erscheinen auf Social Media kurze Videoimpulse mit persönlichen Geschichten vom Aufhören.
ZDF-Fernsehgottesdienst am 22. Februar
Der Eröffnungsgottesdienst zur Fastenaktion „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ wird am 22. Februar 2026 in der St.-Albani-Kirche in Göttingen gefeiert und vom ZDF live übertragen. Beginn ist aufgrund der anschließenden Olympiaübertragung bereits um 9 Uhr. Im Gottesdienst soll das Jahresmotto bewusst kritisch beleuchtet werden: Es wird gefragt, ob nicht auch Härte dazugehört, welche Form von Klarheit und Entschiedenheit nötig ist und wo Härte heilsam oder schädlich werden kann, heißt es auf der Website zur Fastenaktion.
Gestaltet wird der Gottesdienst von Pfarrerin Angelika Ohlemacher und Mitgliedern der St.-Albani-Gemeinde. Die Predigt hält Landesbischof Ralf Meister. Musikalisch begleiten das Harnisch-Ensemble unter Leitung von Kantor Bernd Eberhardt sowie Kantor Stefan Kordes an der Orgel den Auftakt zur Fastenzeit.
Fasten, Aschermittwoch und Fastenzeit
Fasten bedeutet, freiwillig für eine gewisse Zeit auf etwas zu verzichten. Meist geht es um den Verzicht auf Essen und Trinken oder bestimmte Genussmittel wie Tabak oder Alkohol. In der Bibel steht Fasten einerseits für Trauer und Sühne, andererseits für die Vorbereitung auf die Begegnung mit Gott. Diese Traditionen haben sich bis heute erhalten.
Im Mittelalter wurde das Fasten zu einer Bußhandlung, die teilweise verordnet wurde. Martin Luther und die Reformatoren wandten sich gegen diese Form der Buße, sodass das Fasten in evangelischen Kirchen lange Zeit wenig verbreitet war. Heute entdecken viele evangelische Christinnen und Christen das Fasten neu – als geistliche Übung und als Möglichkeit, bewusst eine besondere Zeit der Begegnung mit Gott zu gestalten. Verschiedene Fastenaktionen bieten dafür Impulse.
Die rund 40-tägige Fasten- oder Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch. In der katholischen Kirche zeichnet der Priester an diesem Tag den Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn. Es steht symbolisch für Reinigung und Vergänglichkeit.
Fastenzeiten sind in vielen Religionen verankert, etwa im Fastenmonat Ramadan im Islam. Aber auch außerhalb religiöser Traditionen fasten viele Menschen am Ende des Winters – sei es für das allgemeine Wohlbefinden, zur körperlichen Entlastung oder um ein paar Pfunde zu verlieren. Gleichzeitig berichten viele von einer geistigen Klarheit und Freiheit, die der Verzicht mit sich bringt.
