Überblick:
Synode regelt Arbeitszeiten im Pfarrdienst neu
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck führt ein neues Arbeitszeitmodell für Pfarrerinnen und Pfarrer ein, das Gesundheitsschutz und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherstellen soll. Für das Planungsinstrument hat die Landessynode der EKKW am 25. April grünes Licht gegeben. Es sieht eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit für Pfarrpersonen von 41 Stunden (bzw. 40 Stunden ab dem 60. Lebensjahr oder bei Schwerbehinderung) vor.
Kirchengemeinde Viernau kommt zur EKKW
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck bekommt Zuwachs: Die Kirchengemeinde Viernau wechselt aus dem Kirchenkreis Südthüringen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in den Kirchenkreis Schmalkalden. Das hat die Landessynode am 25. April beschlossen. Auch die Synode der EKM hat dafür grünes Licht gegeben. Viernau ist ein Ortsteil der Stadt Steinbach-Hallenberg im südthüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen und lag bislang an der Grenze zur EKKW.
Präsidentin von Brot für die Welt berichtete der Synode
„Schreib die Welt nicht ab, schreib sie um“: Diesen Appell richtete die Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, Dr. Dagmar Pruin, an die Synode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Im Rahmen der Frühjahrstagung berichtete sie eindrücklich von der Arbeit des Hilfswerks. „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“, zeigte sich Pruin überzeugt. Es sei alles da, damit alle Menschen in Würde und Sicherheit leben könnten. Allerdings herrsche eine Verteilungs- und Gerechtigkeitskrise.
Neue Pfarrpersonen ab 2029 privatrechtlich angestellt
Ab 2029 werden neue Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche von Kurhessen‑Waldeck ausschließlich privatrechtlich angestellt statt im öffentlich‑rechtlichen Dienst zu stehen. Das hat die Landessynode am 24. April beschlossen. Ziel ist es, Hierarchien und Statusunterschiede im Verkündigungsdienst abzubauen, erläuterte Prälat Burkhard zur Nieden. Künftig solle die kirchliche Arbeit stärker in multiprofessionellen Teams gestaltet werden.
Bericht aus der Fachstelle zum Schutz vor sexualisierter Gewalt
„Wir haben euch unsere Geschichte geschenkt und euch so viel gegeben, jetzt macht etwas daraus“: Diesen Appell eines Betroffenen stellte die Leiterin der Fachstelle zum Schutz vor Sexualisierter Gewalt in der EKKW, Sabine Kresse, ihrem Bericht auf der Frühjahrstagung der Landessynode voran. Sie betonte: „In mir klingen sie nach, die Geschichten der Betroffenen, die Unsicherheit, die Angst, aber auch der Mut und die Erleichterung, dass nun endlich ans Licht kommt, was so lange im Dunkel gärte.“
Prälat und Vizepräsidentin zu Personallage und Strategien
Die Evangelische Kirche von Kurhessen‑Waldeck steht vor tiefgreifenden Veränderungen ihrer Personalstruktur. Der am 23. April der Synode vorgelegte Personalbericht machte deutlich, dass die EKKW einen Kulturwandel hin zu einer multiprofessionell aufgestellten Kirche vollzieht, die stärker auf die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und Ehrenamtlicher setzt. Vizepräsidentin Dr. Katharina Apel und Prälat Burkhard zur Nieden gaben einen Überblick über laufende Prozesse und die statistische Entwicklung der Personalsituation.
Bischöfin: „Liebe ist eine Haltung radikaler Menschlichkeit“
„Je chaotischer die Welt wird, je schlimmer die täglichen Nachrichten, desto wichtiger wird mir die Hoffnung als christliche Grundhaltung“: Im Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrssynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) warb Bischöfin Dr. Beate Hofmann am Donnerstag in ihrer Predigt für Gottvertrauen und Zuversicht, Empathie und Solidarität. Kurz: für eine Haltung „radikaler Menschlichkeit“.
Dokumentation der Frühjahrssynode 2026
Dokumentationsbereich der 9. Tagung der 14. Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck vom 23. bis 25. April 2026 in Hofgeismar. Hier finden Sie die Berichte, Einbringungen und Impulse sowie die Tagesordnung und weitere Dokumente der Tagung. Die Beschlüsse der Tagung werden nach der endgültigen Ausfertigung durch den Präses veröffentlicht.
Tagungsüberblick
Zum Auftakt befassten sich die Synodalen mit zentralen Leitungs‑ und Verwaltungsfragen. Vorgesehen waren der Personalbericht, vorgestellt von Vizepräsidentin Dr. Katharina Apel und Prälat Burkhard zur Nieden, sowie der Bericht der Vorsitzenden aus dem Rat der Landeskirche. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war der aktuelle Stand im Umgang mit sexualisierter Gewalt in der EKKW.
Ein besonderer Schwerpunkt der Tagung lag auf der Weiterentwicklung des Reformprozesses. Beraten wurden unter anderem neue Formen der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams sowie die Perspektiven des Pfarrberufs. Ab dem Jahr 2029 sollen neue Pfarrpersonen ausschließlich privatrechtlich angestellt werden. Zudem wurde ein neues Arbeitszeitmodells beschlossen, um Arbeitsbelastungen im Pfarrdienst transparenter und planbarer zu gestalten.
Tagesordnung, Verlauf & Dokumentation
Struktur‑, Finanz‑ und Rechtsfragen
Weitere Themen der Synode waren der Gebäudestrategieprozess 2026+, die Weiterentwicklung der Haushaltskonsolidierung sowie die Überarbeitung der Grundordnung der EKKW. Außerdem befassten sich die Synodalen mit dem geprüften Jahresabschluss 2024 und mehreren kirchengesetzlichen Vorhaben, darunter Regelungen zum Pfarrdienstrecht sowie zur Rechtsstellung und Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren.
Abendvortrag von Dr. Dagmar Pruin
Am Freitagabend hielt Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe, einen öffentlichen Vortrag unter dem Titel „Schreib die Welt nicht ab, schreib sie um“.
Kirchengesetze und Abschluss der Tagung
Am Samstag standen weitere kirchengesetzliche Beratungen sowie Anträge aus den Kreissynoden auf der Tagesordnung. Unter anderem war die zweite und dritte Lesung zum geplanten Wechsel der Kirchengemeinde Viernau aus der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland in die EKKW vorgesehen. Die Tagung endete mit der Schlussandacht.
ekkw.de/synode

Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Sitz in Kassel ist eine von 20 Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der EKKW gehören annähernd 665.000 Menschen in rund 550 Gemeinden an. Das Gebiet der Landeskirche erstreckt sich von Bad Karlshafen im Norden bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim im Süden, vom Waldecker Upland im Westen bis zum im Freistaat Thüringen gelegenen Kirchenkreis Schmalkalden.
Landessynode: Das sind ihre Aufgaben und Kompetenzen: Die Landessynode besitzt herausragende Kompetenzen: Sie hat in allen kirchlichen Fragen die letzte Entscheidung. Die geistliche und rechtliche Leitung der Landeskirche teilt sie mit dem Bischof / der Bischöfin, den Pröpstinnen und Pröpsten, dem Rat der Landeskirche und dem Landeskirchenamt. Alle anderen Leitungsorgane sind der Landessynode verantwortlich. Die Synode wählt den Bischof / die Bischöfin und entsendet aus ihrer Mitte den Rat der Landeskirche. Sie erlässt Gesetze, verabschiedet den Haushalt und schafft so die Grundlagen für das rechtliche Leben der Landeskirche.
So setzt sie sich zusammen: Der aktuellen, 14. Landessynode gehören 78 Mitglieder an; dabei sind die Nicht-Theologen in der Mehrheit. Das Gros der Mitglieder wird direkt von den Synoden der 14 Kirchenkreise für sechs Jahre gewählt. Hinzu kommen von Amts wegen die Bischöfin, die Vizepräsidentin als juristische Stellvertreterin und der Prälat als theologischer Stellvertreter, die Pröpstinnen und Pröpste sowie die Leitung des Evangelischen Studienseminars. Der Rat der Landeskirche beruft zwölf weitere Mitglieder der Landessynode, von denen mindestens acht Laien sein müssen. Bei deren Berufung sollen laut Grundordnung „die für den Dienst der Kirche in der Welt wichtigen Kräfte“ vertreten sein.
So oft tagen die Synodalen: Die Landessynode tagt in der Regel zweimal im Jahr: im Frühjahr und in der Woche vor dem 1. Advent. Die Amtszeit der 14. Landessynode hat am 5. Mai 2022 begonnen; sie endet im Frühjahr 2028. Präses (Vorsitzender) ist Dr. Michael Schneider aus Schlüchtern. Erste Beisitzerin ist Dr. Isabel Schneider-Wölfinger (Espenau), zweiter Beisitzer ist Pfarrer Kristof Weisheit (Edermünde-Besse).





































































































