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Die Kollekte ist seit längerer Zeit ein Thema, das Zeit, Energie und Ressourcen kostet. Gleichzeitig ist die Kollekte ein so wesentlicher Ausdruck und sichtbares Zeichen unserer Gottesdienste, das nicht funktionierende Regelungen überarbeitet werden müssen. Wenn nun also wieder Änderungen anstehen, bedeutet es wieder einen Aufwand, es werden neue Fragen auftreten, und diese werden sich nach kurzer Zeit hoffentlich in eine einfache und leicht umsetzbare Antwort verwandeln.  

Wahlpflichtkollekte und freie Kollekte

Damit das Kollektenwesen flexibel für die Gemeinde und möglichst einfach für die Verwaltung sein soll, gibt es zukünftig nur noch zwei Kollektenarten. Entweder die Wahlpflichtkollekte (inkl. EKD-Pflichtkollekte und EKKW-Wahlpflichtkollekten) oder die freie Kollekte.

Die neu überarbeitete Kollektenordnung betont inhaltlich erneut den Gabecharakter in die Welt und die digitale Entwicklung von Kollekten- und Spendenwesen. Die Ordnung mit Geltung ab 1.1.2024 wurde an wenigen, aber wesentlichen Punkten geändert. Die Gründe zur Überarbeitung waren vielfältig und deutlich: kritische Voten; das Ergebnis der Rückfrage aus den Gemeinden, Kirchenvorständen und Pfarrämtern; die Rückmeldungen aus Kirchenkreisämtern; die Problematik der 85/15-Systemik im Blick auf Transparenz und Empfängererkennbarkeit und – ganz entgegen dem Wesen der Kollekte – die schwindende Erkennbarkeit, dass sie als solidarische Gabe „nach außen“ wirken soll.

100%-Wahlpflichtkollekte und 100%-freie Kollekte

Der Rat der Landeskirche hat die inhaltlichen Perspektive als Gabe an Dritte betont; und insofern verweise ich auf die Handreichung „Freiwillig und von ganzem Herzen“ (2011, S. 32-42). Ebenso sieht der Rat die finanzielle Lage der Kirchengemeinden. Dieser Spannung zwischen mehrfachem Sinn und vielerlei Bedarf versucht die überarbeitete Ordnung gerecht zu werden. Einerseits lässt sie bei der Auswahl und Anzahl von Wahlpflichtkollekten viel Spielraum. Andererseits gehen die zur Verfügung gestellten Musterkollektenpläne bewusst über die minimalen Anforderungen der Ordnung hinaus, weil die Gabe an Dritte betont werden soll.

Zur inhaltlichen Entwicklung des Kollektenwesen gehört die Entwicklung digitaler Verwaltung und digitaler Spenden. Zusammen mit der twingle GmbH wurde innerhalb des letzten Jahres ein für die Beteiligten (Kastenmeister, Gemeindebüro, Kirchenkreisamt) vernetzbares Eingabesystem für die im Gottesdienst gezählte Barkollekte erstellt. Nach einer Testphase mit Gemeinden aus zwei Kirchenkreisen führt der Weg zum digitalen Kollektenbuch. Es ändert sich die Eingabe der Kollektensummen von Papier auf Digital. Damit ergeben sich auf verschiedenen Ebenen nachhaltigere und übersichtlichere Wege. Das Zählen mit Vier-Augen-System und die Bareinzahlung auf das Konto bleiben in alter, mitunter auch aufwändiger Form, bestehen.  

Schließlich gehört zum Kollekten- und Spendenwesen dazu, dass wir die Möglichkeiten von digitalen Spenden, gerade für eigene Gemeindeprojekte, stärken möchten. Hierzu bieten sich digitale Spenden deutlich besser an als Bargeldwege. Mit unserer Rundverfügung vom 6. Februar 2023 haben wir Sie über das Nutzungsangebot von Twingle für ein digitales Spendensystem vertraut gemacht.  

Hinweis:

Einen Antrag auf Aufnahme in den landeskirchlichen Kollektenfonds der EKKW für die Jahre 2026/2027 können Sie im Juni 2025 stellen.