Meine Suche

service
Kunstwerk mit afrikanischen Frauen. Einige gehen einen Weg entlang und tragen Lasten auf dem Kopf. Im Vordergrund drei Frauen mit trauriger Miene, die die traditionelle Tracht der Igbo, Hausa und Yoruba aus Nigeria tragen.

Titelbild zum Weltgebetstag 2026 von Gift Amarachi, Nigeria. Es zeigt im Vordergrund drei Frauen aus verschiedenen Ethnien in Nigeria, die schweigend ihre Sorgen teilen. Im Hintergrund sieht man Menschen, die - wie im ländlichen Afrika üblich - Lasten auf dem Kopf transportieren.

"Ich will euch Ruhe geben. Kommt!" Bibelarbeit zum WGT 2026 von Ulrike Bechmann

Prof. Dr. Ulrike Bechmann hat auf der Europakonferenz des Weltgebetstag im Juni 2025 in Edinburgh eine Bibelarbeit gehalten. Sie ist hier kostenlos abrufbar, von der Autorin selbst freigegeben. Und zwar sowohl - im englischen Original als auch auf Deutsch. 

I Will Give You Rest. Come! Bible Study for World Day of Prayer, Nigeria 2026, Graz 2025

Ich will euch Ruhe geben. Kommt! Bibelarbeit für den Weltgebetstag der Frauen, Nigeria 2026, Graz 2025

Bibelarbeit von Urte Bejik, erweitert von Ute Dilger
Frauen im ländlichen Nordwesten Nigerias tragen Wassertröge auf dem Kopf durch die Wüste/Savanne

Diese Bibelarbeit stammt von Urte Bejik. Sie fußt auf der Arbeit von Elisabeth Schüssler-Fiorenza. Sie beschreibt Jesus in ihrem Buch “Zu ihrem Gedächtnis…” als Vertreter der Weisheitstheologie in einer neuen, inklusiven Auslegung. Die Einladung, Jesu sanftes Joch auf sich zu nehmen steht im Gegensatz zur Unterjochung (sub iugum ferre) durch die römische Besatzungsmacht. Eine Ergänzung durch Ute Dilger öffnet diese Sicht für die nigerianische Kultur, wie sie von Bayo Akomolafe (These Wilds beyond Our Fences) beschrieben wird. 
Wer die dazu passende PPP haben möchte, bitte Mail anute.dilger@ekkw.de 

Impuls zu Matthäus 11, 28-30 von Relindis Knöchelmann

Relindis Knöchelmann hat diesen Impuls auf der Kurzwerkstatt im Januar 2026 in Hofgeismar gehalten. 
Bei Rückfragen bitte Mail an knoechelmann@institut-st-bonifatius.de 

Gestaltung der Schriftlesung im Gottesdienst
Frauen bringen Stöcke als "schwere Last" nach vorne.  Sie werden aufgerichtet. Die Last wird auf mehrere Schultern verteilt, also zum Joch.  Die Papiere um die Stöcke werden entrollt.  Begriffe mit den Anfangsbuchstaben von J-O-C-H werden sichtbar: z.B. Jesu Einladung - Ohne Belastungen - Christlich Leben - Hier...
Morgenandacht: Quelle des Lebens von Ute Dilger - Fotos: Julia Krojer

Diese Morgenandacht hat uns zu einer weiteren Gestaltungsidee inspiriert: Siehe unten
 

Die Quelle und die Veränderung der Last - Rahmen um die vier Geschichten

Viele Frauen und Mädchen im ländlichen Nigeria kommen häufig morgens zur Quelle, um Wasser für den Tag zu holen. Dort begegnen sie einander und finden in der Solidarität der Frauen untereinander Trost. Jesus steht gleichsam an der Quelle und lädt sie ein. Die Begegnung mit ihm und den anderen verändert ihre Last.
Die vier Geschichten im Gottesdienst erzählen von der Unterjochung durch Stress, Ausgrenzung, Angst und Frust. Durch die Begegnung mit anderen Frauen (Freundinnen, weiteren Witwen, Mutter mit der Tochter, Nachbarinnen) verändert sich die Haltung der Betroffenen. Sie nehmen die Last aktiv und selbstbestimmt auf und gestalten ihr Leben neu. 

Die Mitte wird gestaltet durch einen großen Trog und einen Kanister auf einem Hocker als Wasserquelle/Brunnen. Flipflops stehen für Frauen, die aus allen Richtungen zur Quelle kommen. 
4 große Steine stehen für die Last. Sie werden mit Lackstift beschriftet. Ihre Botschaft zeigt, was die Last verändert. 
z.B. für Chioma: Wahre Freundschaft
für Beatrice: Gemeinsam sind wir stärker
für Jato: Liebe überwindet die Angst
für Blessing: Der Hoffnung ein Gesicht geben

Die Botschaft wird dann mit Lehm verschmiert. 
Nach jeder Geschichte wird der passende Stein an der Quelle abgewaschen. Die erschienene Botschaft wird der Gemeinde laut vorgelesen und der Stein wieder abgelegt. 

Fazit: Die Last verschwindet nicht, sie verändert sich aber. 

Chioma - ein Mädchen in Nigeria
Beispielbild für die Geschichte von Chioma: Drei befreundete Mädchen in Schuluniform in Nigeria

Die nigerianischen Autorinnen haben die Situation von Mädchen an den Beginn des Gottesdienstes gestellt. Das ist ein Statement. Denn gerade die älteren Frauen (Aunties, Großmütter, Mütter) setzen Mädchen häufig unter hohen Erwartungsdruck: 

  • die Eltern wollen etwas davon haben, dass sie das Geld für Schuluniform, Essen und Lernmittel aufbringen. Mädchen werden oft früh verheiratet (teils ab 12 Jahren). Es gibt die Tradition des Brautpreises, weshalb die Mädchen unweigerlich mit einem “Marktpreis” beurteilt werden. Weil es teils auch noch Polygamie gibt, kann es sein, dass sie als 3. oder 4. Frau eines deutlich älteren Mannes weit unten in der Hierarchie der Schwiegerfamilie landen.
  • Nigeria ist weltweit auf Platz 3 bei der weiblichen Genitalverstümmelung. Aunties und Großmütter drängen, das Mädchen sei unmoralisch und werde keinen Mann finden, wenn es nicht beschnitten ist.
  • Arme Familien schicken ihre Töchter häufig als Hausmädchen in die Städte, wo sie ihren Arbeitgeber*innen restlos ausgeliefert sind. (Abi Daré, Das Mädchen mit der lauternen Stimme)

Chioma weint im Rollenspiel (zum Download hier klicken) also wegen weit mehr als nur Schulstress. Ihre Freundinnen wollen sie mit Lernen und Beten unterstützen. Dupe bietet ihr an, ein Gebet zu lernen. Das Nachsprechen ist kein Nachplappern, sondern Ausdruck der nigerianischen Kultur des Asé. Wir haben deshalb den Text von Bayo Akomolafe hinzugefügt, der dieses Konzept der Yoruba erklärt. Ähnliches gilt  auch für andere Kulturen in Nigeria. 

In der Gottesdienstordnung gibt es Fürbitten, die jeweils zu einer Geschichte passen. Hier findet ihr einen Fürbittenvorschlag zu Chioma. 

Beatrice - Witwe-Sein in Nigeria
Eine Frau wie Beatrice...
Copyright: Albrecht Ebertshäuser

Laut der Verfassung sind Frauen und Männer in Nigeria gleichberechtigt. Weil aber oft das Traditionsrecht gilt, haben es gerade Witwen extrem schwer. (Mairo Anthony, Laraba. Eine Erinnerung an Narben und Trost, We4You-Verlag)

Im Anspiel mit weißen Trauertüchern wird die systemische Ausgrenzung von Witwen ebenso deutlich wie ihre gegenseitige Solidarität und Unterstützung. 

Jato - die tägliche Angst um die Tochter
Eine Frau mit der Bibel unter dem Arm ist auf dem Weg in den Gottesdienst in Nigeria

Boko Haram entführt gezielt Schülerinnen aus ihren Schulen. Die Terrorgruppe lebt u.a. vom erzielten Lösegeld. Besonders der Nordosten Nigerias leidet unter diesem Terror. Hier lebt auch Jato mit ihrer Tochter Amina. 

Wir haben den komplizierten Text der Gottesdienstordnung in ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter (zum Download bitte klicken) gefasst. 

Viele von uns haben über die Kampagne #bringbackourgirls gehört. Die Opfer von Boko Haram sind mitnichten nur Christ*innen. Weil die Mehrheit der Bevölkerung im Borno-State muslimisch ist, sind es auch die Opfer. Die Geschichte von Lea Sharibu ist deshalb berühmt, weil sie nicht bereit ist, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Sie ist seit fast einem Jahrzehnt in Boko Haram Gefangenschaft. Dass sie noch lebt, erfahren Angehörige und Zugehörige über Social Media-Posts, die Boko Haram in seltenen Fällen veröffentlicht. 

Blessing - Heiliger Zorn auf den Niedergang in Nigeria
Eine Frau wie Blessing

Blessing lebt in Lagos. Sie ist zutiefst frustriert über die Situation, die sich über die Jahre nur verschlechtert hat.
In Nigeria hat es in den letzten Jahren Demonstrationen gegen Hunger gegeben. Deshalb haben die Autor*innen aus Nigeria Blessing ein paar kärgliche Reiskörner als Symbol mitgegeben.  
Ihre Nachbarin Grace wird ihr zum Vorbild, weil sie trotz persönlichen Tiefschlägen (Tod ihres Mannes, Jobverslust) den Mut hat, ein eigenes kleines Geschäft als Seifensiederin zu eröffnen. 
Den Vorschlag zu einem Anspiel hierzu findest du in Ideen und Informationen, S. 53 (bestellbar unter www.chrismonshop.de/weltgebetstag/)