Herbsttagung 2011 der Landessynode
Synode regelt Arbeitszeiten im Pfarrdienst neu
Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck führt ein neues Arbeitszeitmodell für Pfarrerinnen und Pfarrer ein, das Gesundheitsschutz und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherstellen soll. Für das Planungsinstrument hat die Landessynode der EKKW am 25. April grünes Licht gegeben. Es sieht eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit für Pfarrpersonen von 41 Stunden (bzw. 40 Stunden ab dem 60. Lebensjahr oder bei Schwerbehinderung) vor.
Telefonseelsorge: Auch in der Dunkelheit immer erreichbar
In der Nacht ist vieles schwerer: Gedanken kreisen, Schuldgefühle drücken, Einsamkeit wird spürbar. Die Telefonseelsorge Nordhessen ist dann erreichbar – anonym, kostenfrei und mitfühlend. Ein bewegender Erfahrungsbericht zeigt, wie ein Gespräch im Schutz der Dunkelheit helfen kann, Verantwortung zu erkennen, Schritte zur Versöhnung zu gehen und neue Handlungsfähigkeit zu gewinnen. Echtes Zuhören kann Leben verändern.
Der Kirchentag ist auch Kirchennacht
Der Kirchentag 2025 findet vom 30. April bis 4. Mai in Hannover statt – mit 1.500 Veranstaltungen, Konzerten, Nachtgebeten und politischen Gesprächen. Abends gibt es Mitsingnächte, Nachtcafés und den Segen im Kerzenschein. Auch Gruppen aus Kurhessen-Waldeck sind dabei. Der Kirchentag ist ein Ort für Glauben, Gemeinschaft, Musik und Begegnung – tagsüber und durch die Nacht hindurch.
Prälat zur Nieden: «Unser Ziel sind geschützte Räume»
Prälat Burkhard zur Nieden spricht über sexualisierte Gewalt in der Kirche. Er benennt Versagen, Machtmissbrauch und das anhaltende Leid der Betroffenen. Die EKKW setzt auf Prävention, Anerkennung und Schutzräume. Aufarbeitung bleibt Pflicht: «Kirche sind wir nur, wenn wir die Gewalterfahrung, die aus uns hervorgegangen ist, in Erinnerung halten und lernend damit leben.»
Guter Schlaf lässt sich nicht erzwingen
Schlafmediziner Dr. Sirous Javidi weiß, warum viele Menschen schlecht schlafen: Dauerstress, Gedankenkarussell, fehlender Rhythmus. Er behandelt schwere Fälle wie Narkolepsie, gibt aber auch einfache Tipps für alle: feste Zeiten, Dunkelheit, keine Geräte vor dem Schlafen. Wer gut schlafen will, braucht Disziplin – und manchmal professionelle Hilfe. Denn Schlaf ist Lebensqualität, sagt Javidi.
Studentin Anna Maria Weiß hat einen Planeten entdeckt
Mit 17 entdeckt Anna Maria Weiß einen Exoplaneten – ganz ohne Teleskop, nur mit Daten, Berechnungen und Ausdauer. TOI1147b ist 15 Millionen Lichtjahre entfernt und lebensfeindlich, aber er weckt Staunen und Forschungsdrang. Heute studiert Weiß Physik in Potsdam, beobachtet den Himmel und wirbt für mehr Achtsamkeit gegenüber unserem eigenen Planeten: «Die Erde ist der perfekte Planet. Passt gut auf sie auf!»
Lichtverschmutzung: Der helle Wahnsinn
Künstliches Licht bringt den natürlichen Rhythmus aus dem Gleichgewicht – für Insekten, Vögel, Säugetiere und auch für den Menschen. Lichtschutz-Expertin Sabine Frank zeigt, wie Lichtverschmutzung reduziert werden kann: durch bewussten Umgang, gesetzliche Regeln und mehr Dunkelheit. In der Rhön erleben Besucher in Sternenparks, wie schön eine geschützte Nacht sein kann – ganz ohne grelles Licht.
Nun ruhen alle Wälder
Paul Gerhardts Abendlied «Nun ruhen alle Wälder» entstand um 1647 und zählt zu den bekanntesten geistlichen Liedern des Barock. In poetischer Sprache wird die Ruhe der Natur besungen und dazu eingeladen, sich Gott im Vertrauen zu überlassen. Die Melodie stammt von Johann Crüger. Bis heute begleitet das Lied Menschen in den Abend und die Nacht – mit Trost, Frieden und tiefer Glaubensgewissheit.
Joachim Heß sammelt tagsüber Gespräche und Begegnungen für die Nächte
Joachim Heß lebt ohne feste Wohnung – in einem Wohnmobil außerhalb Marburgs. Doch der 70-Jährige hat nicht aufgegeben: Tagsüber sammelt er Gespräche, abends kehrt er in die Einsamkeit zurück. Hoffnung gibt ihm sein Herzensprojekt: der «Turntable», ein innovativer Designer-Tisch. Zwischen Behördenkampf und Erfindergeist hält Heß an seiner Idee fest – und daran, dass jeder Tag neue Begegnungen bringt.
Apothekerin Katja Seeberg hat im Nachtdienst oft ungewöhnliche Begegnungen
Wenn Schmerzmittel, Fieber oder Unsicherheit Menschen nachts aus dem Takt bringen, ist Apothekerin Katja Seeberg zur Stelle. Sie arbeitet sieben- bis achtmal im Jahr im Kasseler Nachtdienst – mit Geduld, Humor und großem Herzen. Zwischen Beratung, Seelsorge und Aufklärung wird das Apothekenfenster zur Verbindung zwischen Menschen in Not und einem freundlichen Gesicht im Dienst.
